Göttingen-Krimi: Lambach und die große Verschwörung
In der Südstadt spielt der neue Göttingen-Krimi. Foto. Hinzmann

Göttingen-Krimi: Lambach und die große Verschwörung

Lambachs letzter Fall“ heißt ein Krimi von Thomas Koehler und Konstantin Zorn, der gerade erschienen ist. Das Besondere daran: Kriminalkommissar Lambach lebt und ermittelt in Göttingen. Regionale Kriminalromane tauchen selten als Einzelgeschichten auf. Meist schreiben die Autoren Folgebücher. Wer allerdings im Titel seines Romans bereits von einem letzten Fall schreibt, hat wohl wenig Drang, eine Fortsetzung vorzulegen. Schade, denn das, was Koehler und Zorn, der im wirklichen Leben Sascha Krefft heißt, vorgelegt haben, hätte eine weitere Folge verdient.

Lambach ist Polizeibeamter und arbeitet bei der Mordkommission. 58 Jahre ist er alt, und sein Chef hat ihm gerade nahegelegt, in den Vorruhestand zu gehen. 21 Jahre ist er nun schon in Göttingen. An der Riemannstraße in der Südstadt lebt er alleine. Seine geschiedene Ehefrau Carola ist Rechtsmedizinerin in Göttingen, seine Tochter wohnt in Hamburg. Lambach ist mürrisch und eher eigenwillig. Er neigt zu Alleingängen, arbeitet aber gerne mit von Stetten zusammen. Auch ihm haben die Autoren einen Vornamen verweigert. Von Stetten ist als erster Kriminalbeamter auf Gut Appenrode. Von dem Gutshof sind nur noch verkohlte Balken über. Ein Feuer hat hier gewütet. Eine schwere Tür versperrte den Eingang zm Keller. Zwei Stunden brauchte die Feuerwehr, um die Tür zu öffnen. Jetzt erkundet von Stetten den Raum dahinter und macht eine Entdeckung, die selbst hartgesottene Krimileser hart angehen sollte. Von Stetten entdeckt in dem Verlies ein Opfer schwerster Gewalt, die ihm über Wochen angetan wurde. Wir können nur hoffen, dass diese grausame Tat der Fantasie der Autoren entsprungen ist.

Sicher ist das allerdings nicht. Beide Autoren werden am Ende des Buches mit einer kleinen Vita vorgestellt. Koehler, Jahrgang 1966, und Krefft, Jahrgang 1970, geben an, mehr als 20 Jahre lang in der Akutpsychiatrie, Krefft auch in der Forensischen Psychiatrie, gearbeitet zu haben. Dort hätten sie täglich Kontakt gehabt mit psychisch kranken Straftätern und schwer traumatisierten Gewaltopfern. Von Stetten jedenfalls muss nach der Entdeckung erstmal abtauchen, um das Erlebte zu verarbeiten. Lambach, frisch aus dem Urlaub zurück, steigt in die Ermittlungen ein und kommt einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur.

Für Autor Koehler ist es der erste Roman, „eine frei erfundene Geschichte“, sagt er beim Telefongespräch. „Man muss nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um über Schnitzel zu schreiben.“ Die Idee zu der Geschichte sei entstanden, als sie sich darüber unterhalten hätten, wie sie reagierten, wenn ihnen das Liebeste, ihre Kindern, genommen würden. Rache sollte sein, aber ungeschoren wollten sie davonkommen. Dass der Gutshof Appenrode eine Rolle spielt, kommt nicht von ungefähr. Er selbst habe dort eine Zeit lang gelebt. Und dass Kommissar Lambach in der Riemannstraße in Göttingens Südstadt zu Hause ist, ebenfalls nicht. Sein Neffe habe dort in einer Wohngemeinschaft gelebt. pek

Thomas Koehler, Konstantin Zorn: „Lambachs letzter Fall“, Salomo-Verlag, 286 Seiten, 15 Euro. Vorrätig in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Authored by: Blick Redaktion