Satirepreis „Göttinger Elch“: Gerhard Haderer ist neues Mitglied im Rudel der Satiriker und Komödianten
Das Jahrgangsbild: Gerhard Hader (kniend vorn) mit seinen Vorgängern Gerhard Polt, Gerhard Glück, Pit Knorr, Christoph Well, Michael Sowa, Michael Well und Ernst Kahl (von links). Ganz vorne sitzt ­Ehrenelchin Anna Poth, Witwe des ersten Elchpreisträgers Chlodwig Poth. #Foto. heller

Satirepreis „Göttinger Elch“: Gerhard Haderer ist neues Mitglied im Rudel der Satiriker und Komödianten

Der Österreicher Gerhard Haderer ist am Sonntag im Deutschen Theater mit dem Satirepreis „Göttinger Elch“ ausgezeichnet worden. Nach Josef Harder der zweite Alpenländler. Die Ehrung ist dotiert mit 3333,33 Euro und einer Elchbrosche. Die Organisatoren hatten mit der Gestaltung des Programms für einen großartigen Nachmittag gesorgt, denn die Crème der deutschen Spaßkunst stand auf der Bühne und saß im Saal.

Eine Huldigung an den Frisch-Elch präsentierte Pit Knorr, der im Vorjahr mit dem weltweit einzigen Preis für Satire ausgezeichnet worden war. Sie gipfelte in dem Bekenntnis: „Den Haderer, den hab’ ich lieb.“ Moderator Bernd Gieseking plauderte aus dem Nähkästchen über die Entstehung des Mottos für den Preis: „Die Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ Auf einer Autofahrt von Paris nach Göttingen – dabei die beiden Elche Robert Gernhardt und F. W. Wächter – sei eifrig gedichtet worden. Gernhardts Idee – „Die Kritiker der Molche waren früher ebensolche“ – konnte Bernstein kontern. „Sonst würden wir heute den Molchpreis verleihen“, erklärte Gieseking.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) zitierte zur offiziellen Verleihung die Jury. Die Mitglieder des Gremiums nannten Haderer den „Hausmeister in der Schule des Ungehorsams“. Und: „Er macht das Beste aus dem Bösen, er lässt uns lachen.“ Das Anstecken der silbernen Elchbrosche forderte Köhler einiges an Fingerfertigkeit ab, während Gieseking Wasserstandsmeldungen funkte: „Noch ist der Künstler unverletzt.“

Haderer erzählte, dass er von Polt das Prinzip seiner Arbeit gelernt habe. Als junger Zeichner habe er einen Film im bayerischen Film gesehen. Ein Mann verkündete darin, dass er sind aus einem Katalog eine Thailänderin gekauft habe. „Ich wollte mich bewaffnen“, sagte Haderer. Freunde hätten ihm dann erzählt, dass das Polt und Satire gewesen sei. Haderers Erkenntnis: „Scharfe Inhalte mit großer Wärme vermitteln“. Das können beide grandios.

Den elchwürdigsten Versprecher lieferte an diesem Nachmittag allerdings Oberbürgermeister Köhler. Zur Verleihung wollte er mit Blick auf die Fotografen auf ein Mikrofon verzichten. Sein pragmatischer Lösungsansatz: „Dann spreche ich einfach lauterer.“ Ein bemerkenswerter Vorsatz für ein Stadtoberhaupt. pek

Authored by: Blick Redaktion