Hauptversammlung der Sartorius AG: Umsatzverdoppelung für 2025 angepeilt
Joachim Kreuzburg, Vorstand Sartorius

Hauptversammlung der Sartorius AG: Umsatzverdoppelung für 2025 angepeilt

Bis zum Jahr 2025 will die Sartorius AG ihren Jahresumsatz mehr als verdoppeln. Der Konzern strebe einen Zuwachs von aktuell knapp 1,6 Milliarden Euro auf etwa vier Milliarden an, erklärte der Vorstandsvorsitzende Joachim Kreuzburg am Donnerstag in der Hauptversammlung des Unternehmens.

In der Göttinger Lokhalle referierte Kreuzburg sowohl über die Ergebnisse des vergangenen Jahres als auch über die Prognosen für 2019 und darüber hinaus. Die Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit blieben Nordamerika und China, wo es 2018 die größten Umsatzzuwächse gegeben habe – gegenüber dem Vorjahr 16,5 Prozent mehr in Nordamerika, 15,5 Prozent mehr in Südostasien. In Nordeuropa seien die Umsätze um 9,5 Prozent gestiegen.

Investitionsquote von 12 Prozent angestrebt

2018 sei mit 15,2 Prozent das Jahr des vorläufigen Höhepunkts der Investitionsquote für Sartorius gewesen, erklärte Kreuzburg. Für 2019 strebe das Unternehmen eine Quote von etwa zwölf Prozent an. Trotz der hohen Investitionen sei die Eigenkapitalquote im vergangenen Jahr von 35,1 auf 38,5 Prozent gestiegen.

Nachdem der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr um 13,2 Prozent gestiegen sei, werde das Wachstum im laufenden Jahr zwischen sieben und elf Prozent liegen, erklärte Kreuzburg. In diese Kalkulation sei allerdings das Szenario eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union („Brexit“) nicht eingerechnet. Für diesen Fall rechne er mit einer Unterbrechung der Lieferketten, sagte Kreuzburg.

Ausführlich sprach der Sartorius-Vorstandschef über die strategische Position und künftige Ausrichtung des Unternehmens. Die orientiere sich an der Erwartung, dass bei einer weiter wachsenden und dabei älter werdenden Bevölkerung immer mehr Menschen auf gesundheitliche Dienstleistungen und Waren angewiesen seien. Mittlerweile gebe es einfachere und schnellere Fortschritte im Bereich Life Science, wozu Sartorius mit seinem Portfolio signifikante Beiträge leisten könne.

Dementsprechend lege Sartorius seinen Fokus zunehmend auf den Biopharma-Markt. Die strategische Grundposition von Sartorius: „bessere Gesundheit für mehr Menschen“. Nach aktuelle Studien werde es 2050 weltweit zwei Milliarden Menschen geben, die 60 Jahre oder älter sind – und immer mehr davon könnten sich Medikamente leisten.

Chancen wie auch Sackgassen früh erkennen

Besonders stark, erklärte Kreuzburg, werde in nächster Zeit der Biosimilar-Markt (Nachahmerprodukte) wachsen. Der Patentschutz zahlreicher großer Umsatzbringer im Pharma-Markt werde in den kommenden Jahren auslaufen, Sartorius könne Unternehmen dabei helfen, neue Produktionslinien schnell in Betrieb zu nehmen: „Time-to-Market ist entscheidend. Nur die ersten Anbieter verdienen Geld.“

Ein weiteres Problem für die Pharma-Branche: Es wird immer teurer, neue Substanzen auf den Markt zu bringen. Hätte in den 1950er Jahren für eine Milliarde Euro noch etwa 50 Medikamente auf den Markt gebracht werden können, sei es derzeit nur ein einziges. Kreuzburg: „Nur jeder zehntausendste Wirkstoffkandidat erreicht den Markt.“ Hier gebe es in der Pharmaindustrie deutlichen Verbesserungsbedarf.

Genau hier biete Sartorius entscheidende Verbesserungen an. Unter anderem gehe es darum, Chancen wie auch Sackgassen früh zu erkennen. Wenn man in dem etwa zwölfjährigen Marktreifeprozess erst spät scheitere, „dann ist das ein teures Scheitern“, erklärte Kreuzburg.
Für die Zukunft plane Sartorius Personalzuwachs. In Göttingen beschäftigt das Unternehmen 2980 Menschen aus 42 Nationen, davon etwa 160 Auszubildende. Weltweit sind es 8125 Personen aus 77 Nationen. Im Jahr 2025 soll es etwa 15 000 Sartorius-Mitarbeiter geben.

hein

Authored by: Blick Redaktion