Bouldern in Göttingen
Bouldern in Göttingen: BiG Geschäftsführer Torsten Ihlemann. Foto: Heller

Bouldern in Göttingen

In Göttingen hat am 12. April eine Boulderhalle eröffnet. Die befindet sich auf einem Grundstück in der Stresemannstraße /Ecke Levinstraße. Die Matten liegen aus, ein Trainingsbereich ist eingerichtet – wenn auch noch nicht komplett fertiggestellt, Parkplätze stehen auf dem Hof zur Verfügung. Die behördliche Genehmigung hatte sich etwas länger hingezogen, als gedacht. Doch am Freitag war es soweit. Eröffnung. Torsten Ihlemann, der geschäftsführende Gesellschafter des kleinen Unternehmens mit vorerst zwei Mitarbeitern, sagt, dass das erste Wochenende bereits erfolgreich gelaufen sei. Es seien noch Restarbeiten wie etwa im Trainingsbereich zu erledigen, es könne aber bereits geklettert werden.

Ihlemann ist überzeugt, dass sein Angebot viel Interesse finden wird. „Vor ein paar Jahren war Bouldern ein Nischending. Jetzt ist es jedoch populär geworden. Es boomt.“ Das liege wohl daran, meint er, dass für diese Freizeitbeschäftigung keine Sicherheitsgurte, keine Seile, nicht einmal ein Partner nötig sind. Jeder, der Lust am Klettern mitbringt, könne sich ausprobieren. Ob Jung, ob Alt. Zu einem späteren Zeitpunkt will Ihlemann auch Kurse anbieten, die den Einstieg erleichtern oder eben bereits Fortgeschrittenen weiterführende Tipps geben. Für alle Laien fasst er zusammen: „Bouldern ist Klettern in Absprunghöhe.“ Wer fällt, fällt auf weiche Matten. Die Nutzfläche der Halle betrage 1000 Quadratmeter, davon würden 750 Quadratmeter konkret für das Bouldern genutzt.

Anfang Januar war damit begonnen worden, die Halle umzubauen. „In dieser kurzen Zeit haben wir viel geschafft“, meint Ihlemann beim Blick auf die Kletterwände. Ihm sei bei der Gestaltung wichtig gewesen, dass der Platz nicht zu eng zugebaut wird, sondern ausreichend Fläche da sei für alle, die gerade nicht klettern. Nach der Eröffnung will er jetzt die Boulder einmal pro Woche umschrauben, sodass sich immer wieder neue Klettervarianten ergeben. Sechs Schwierigkeitsgrade werde es geben. Zu erkennen sind sie an den Farben. Anfänger beginnen bei weiß, schwierig sind dann die roten Boulder.

Es komme letztlich nicht auf die Kraft an, die eine Person mitbringt, weiß der 45-Jährige. Technik und Beweglichkeit würden eine sehr große Rolle spielen, um sicher und geschickt die Wand hinauf zu kommen. Ihlemann war früher Betriebsleiter beim Cube Kletterzentrum in Wetzlar, er ist gelernter Goldschmied und wohnt in Braunschweig. Mit 25 Jahren sei er auf den Geschmack gekommen, es selbst mit dem Klettern zu probieren.

Er verweist auf durchaus gute und anspruchsvolle Klettermöglichkeiten im Harz und im Weserbergland. Er befürwortet auch ausgefallene Disziplinen wie Free solo, also Klettern ohne jegliche Absicherung. Nein, lebensmüde seien jene, die sich ohne Seil in die steilste Wand wagen, nicht. „Sie sind sich bewusst über die Gefahr.“ Und: „Sie sind mit sich im Reinen.“ Das Bouldern in der Halle erfordere freilich keinen solchen Wagemut. Hier gehe es um Spaß und ums Ausprobieren und Trainieren des eigenen Körpergefühls. mei

www.boulderningoettingen.de

Authored by: Blick Redaktion