Waldbühne Bremke: „Die Schneekönigin“ zum 70. Geburtstag
Letzter Schliff bei den Proben auf der Waldbühne Bremke – am Sonntag kommt „Die Schneekönigin“ zum ersten Mal auf die Freiluftbühne.

Waldbühne Bremke: „Die Schneekönigin“ zum 70. Geburtstag

Die Waldbühne Bremke feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Das wollen die Bühnenfreunde in der Freiluft-Saison 2019 mit einem außergewöhnlich arrangierten Märchen feiern: mit dem Stück „Die Schneekönigen“, frei nach Hans Christian Andersen, aber mit viel Musik und Gesang. Am Sonntag, 12. Mai, um 15 Uhr ist Premiere.

Natürlich geht es in dem Stück um die Schneekönigin, deren Herz und Land zu Eis erstarren. Aber es wird auch (neue) Waldpiraten und Göttinnen der Jahreszeiten geben. Und Musik aus vielen Stilrichtungen.

18 Mal soll das Märchen über den Sommer hinweg aufgeführt werden. Bis zum 2. Juli und dann wieder ab dem 4. August beginnen die Vorstellungen jeweils um 15 Uhr. Eintrittskarten gibt es an der Tageskasse, aber auch im Vorverkauf, beispielsweise unter gt-tickets.de (Suchwort: „Schneekönigin“). 

„Schneekönigin“ regiert im Sommer

Die Bühnenfassung des Hans-Christian-Andersen-Märchens, von dem es einen Disney-Film gibt, stammt von Rick Leander Stiller (20). Der Göttinger Medizinstudent, der 2014 über das Casting im Kauf-Park zum Ensemble kam, lieferte bereits im Vorjahr das Skript. Damals zeigten die Bremker „ Die Zauberflöte“ von Mozart.

„Andersens Märchen erzählt die Geschichte eines Jungen, der sich an einem teuflichen Zauberspiegel verletzt und unausstehlich wird“, berichtet Stiller. Dann wird der Bube auch noch von der bösen Schneekönigin entführt. Ein Mädchen will ihn retten. Viele aufregende Abenteuer muss es bestehen. So wird es auf seiner Suche von Waldpiraten entführt, Freibeutern, deren Schiff wegen der Schneekönigin auf See eingefroren ist und die nun zu Fuß durch den Wald streifen müssen.

In dem Sück kommt auch eine phantasievoll kostümierte Elfe vor, die sich über die Menschen ärgert. Sie verschmutzen ihr zu sehr die Umwelt. Deshalb spielt ihnen die Elfe Streiche. „Ich möchte die Zuschauer auf humorvolle Art dazu bewegen, achtsamer mit der Natur umzugehen“, erklärt Stiller. Es werde viel gelacht in dem zweistündigen Stück für Kinder und Erwachesene, betont er.
Die Rollen hat der Student so gestaltet, dass für alle Altersstufen etwas dabei ist. Die gut 50 Schauspieler – alle Rollen sind doppelt besetzt – sind zwischen vier und 65 Jahren alt. Stiller kommt dabei seine jahrelange Waldbühnen-Erfahrung zugute. Feedback bekam er in den fünf Monaten, in denen er das Skript verfasste, vor allem von seiner Mutter, Silvie Stiller. Sie führt seit 2017 in Bremke die Regie.

Eigens komponierte Songs

Auch Ricks Schwester, Rosanne Gianna Stiller, bringt sich ein. Sie hat die vier Songs komponiert, die auf der Bühne live gesungen werden. Zudem spielt sie die Schneekönigin – als einzige hauptberufliche Schauspielerin. Stiller studiert seit drei Jahren in Paris Schauspiel. Im Juni macht sie ihr Examen.

„Wir üben seit Mitte Januar“, berichtet die Regisseurin. Die letzten beiden Wochen seien immer „reiner Stress“. Wachsam wie ein Luchs achtet sie darauf, dass keines der vielen Kinder etwas isst, wenn es ein Kostüm trägt. Die ausgefallenen Garderoben sollen nicht schon vor der Premiere in die Reinigung. Tiefschwarzen Federschmuck tragen die beiden imposanten Raben, eine Paradeuniform der Hofmarschall. Das Bühnenbild zeigt schneebedeckte Berge und ein Iglu. „Wir holen den Winter im Sommer nach Bremke“, meint Horst Fädrich, der Vorsitzende des Fördervereins.

Viel Arbeit hat dem Ensemble und seinen 16 Helfern im vergangenen Jahr Sturm Friederike bereitet. Das Unwetter entwurzelte Bäume im angrenzenden Wald. Einge stürzten auf das Gelände der Waldbühne und zertrümmerten Zäune und das Toilettenhäuschen. „Die Spendenbereitschaft unserer Fans war großartig“, sagt Fädrich. So ließen sich alle Schäden beseitigen.
2020 soll der geschotterte Weg hinauf zur Bühne für 45 000 Euro gepflastert werden. Dann können auch Rettungswagen hinauffahren. Der Verein, der 5000 Euro der Kosten selbst trägt, setzt auf Fördergelder aus dem Leader-plus-Programm. Die Gemeinde Gleichen und der Landkreis steuern jeweils 4000 Euro bei.

Authored by: Blick Redaktion