150 leise Klimaschutz-Demonstranten ziehen durch Göttingen
Stiller Protest für den Klimaschutz in Göttingen. Foto: Pförtner

150 leise Klimaschutz-Demonstranten ziehen durch Göttingen

Göttingen. ​Rund 150 überwiegend junge Göttinger sind am Sonnabendnachmittag leise durch die Stadt gezogen – und getanzt. Mit der leisen Klimaparade wollen die Organisatoren vom Verein  „Janun” auf den Klimawandel aufmerksam machen. 

Auf dem Wilhelmsplatz trafen sich gegen 14 Uhr rund 150 Demonstranten. „Wir haben bereits viele Kopfhörer ausgegeben”, erklärte Jörn Stadtlober vom Verein Janun in Göttingen. Er ist einer der jungen Organisatoren, die die „Silent Climate Parade” in Göttingen auf die Beine gestellt haben. Leise soll die folgende Demo sein, „so leise wie der Klimawandel”, sagt Stadtlober. Neben ihm saß „Jette” in einem kleinen Wägelchen. Sie war einer der beiden Djs der Demo, auch wenn sie für die Passanten gar nicht zu hören ist. „Ich lege erst einmal Bummel-Techno auf”, sagte die junge Frau. Noch ging es ja nicht richtig los. Später brachte sie die Demonstranten zum Tanzen. Das Motto der Aktion lautete ja schließlich „Tanz mal drüber nach!”. Zwischen zwei Kanälen (eigentlich sollten es drei sein) konnten die Teilnehmer wählen – je nachdem, ob sie Jette oder ihren Kollegen Alex vom AK-Tanzpädagogik hören wollten. „Wir haben 400 Kopfhörer bereitgestellt”, sagte Stadtlober. Trotz des Dauerregens waren es dann rund 150 Teilnehmer, die am Wilhelmsplatz vergleichsweise lautlos loszogen. 

Unterstützung vom Ministerium

Die Kopfhörer, die die Göttinger Organisatoren von einer Hamburger Agentur geliehen hatten, gab es bereits ab 13 Uhr an einem bunten Stand auf dem Wilhelmsplatz auszuleihen. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung fördert die Aktion und sponsert die Leihgabe. Bei der „Silent Climate Parade“ wurde zum ersten Mal in Göttingen auf diese Weise protestiert. Bereits im Jahr 2015 gab es eine „Silent Climate Parade“ in Berlin. Seither hätte sich die Idee ausgebreitet, sagen die Veranstalter. In diesem Jahr tanzen niedersächsische Klimaschützer außer in Göttingen in Hannover, Lüneburg und Oldenburg für besseren Umweltschutz. Ihr Anliegen: „Klimawandel ist leise, aber er passiert. Genau in diesem Moment. Und er bedroht unsere Zukunft“ so die Veranstalter. Die Silent Climate Parade (SCP) sei eine klimafreundliche, bunte und vor allem stille Demonstration, denn die Musik hören nur die Tanzenden über Funkkopfhörer. Bunt war sie auch in Göttingen – auch ein lebensgroßer Pinguin marschierte mit. Von außen leise sorgten sie mit Schildern,  Flyern und ihrem Umzug für Aufmerksamkeit – um einen „konsequenten Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg“ einzufordern. 

Der Verein Janun ist im Göttinger Umwelt-und Naturschutzzentrum in der Geiststraße zu finden.  Die Abkürzung steht für „JugendAktion Natur- und Umweltschutz Niedersachsen“.  Janun ist ein landesweites Netzwerk der Jugendverbände, Jugendumweltbüros, Projektwerkstätten und freien Gruppen im Natur- und Umweltschutz in Niedersachsen.

Von Britta Bielefeld

Authored by: Blick Redaktion