Mit dem CarBikePort gibt Göttingen Fahrradfahrern mehr Raum
Mitarbeiter der Stadt montieren den CarBikePort. Maik Lindemann, Daniela Both und Angelika Stephan vom ADFC testen die Anlage gleich darauf.

Mit dem CarBikePort gibt Göttingen Fahrradfahrern mehr Raum

Mit einer ungewöhnlichen Aktion will die Stadt Göttingen herausbekommen, wo neue Fahrradständer installiert werden sollten – auch auf Kosten von Parkplätzen. Jetzt hat sie den ersten von zwei mobilen Fahrradständern montiert – als Testballon. Der ADFC-Fahrradklub begrüßt die Aktion, bei Anwohnern kommt sie weniger gut an.

Der CarBikePort hat die Silhouette eines Pkw – in symbolträchtigem Grün. Am Brauweg hat die Stadtverwaltung den ersten von zwei CarBikePorts aufgestellt – nach Verwaltungsangaben der erste in Norddeutschland. Er steht auf einem bisherigen Parkplatz am Straßenrand, fast gegenüber einer neuen Sitzbank, die erst kürzlich dort auf einem weiteren bisherigen Autoparkplatz aufgestellt wurde.

Auto-Silhouette und der Standort markieren die zentrale Botschaft der Aktion: „Wir wollen zeigen, wie viele Fahrräder am Stellplatz nur eines Autos stehen können und damit auch für eine umweltverträgliche Mobilität werben“, erklärt Maik Lindemann, Leiter des städtischen Fachbereiches für Planung und Verkehr. Zugleich wolle die Verwaltung testen, ob ein öffentlicher Fahrradständer in dem Wohnquartier mit vielen alten Mehrfamilienhäusern angenommen wird, ergänzt Daniela Both vom Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung.

Wird der Stellplatz angenommen, sollen an der Stelle dauerhaft klassischer Fahrradbügel montiert werden. Dann wird der CarBikePort an einen anderen Stadtort versetzt. Wird die Anlage nicht genutzt, wird die Fläche wieder Parkplatz.

Hintergrund ist nach Angaben von Lindemann ein Modellprojekt in diesem Stadtteil. Unter dem Titel „Umgebung und Quartier“ habe die Verwaltung 2017 mit den Anwohnern in offenen Workshops überlegt, wie das Quartier, vor allem aber die Nahmobilität verbessert werden könnte.

Der Standort sei vor allem für die erste Testphase geeignet, „weil der Parkdruck in Brauweg-Viertel nicht allzu hoch ist“, erklärt Both auf Nachfrage. Eine Einschätzung, viele Anwohner nicht nicht teilen. Zugleich beklagen Anwohner, dass sie dazu nicht befragt worden seien.

Authored by: Blick Redaktion