Festliches Stadtgeläut nach Glockenweihe
Am Vier-Kirchen-Blick verfolgen viele das Glockenkonzert.

Festliches Stadtgeläut nach Glockenweihe

Die Weihe der beiden neuen großen Glocken hat am Sonntag Hunderte Gemeindemitglieder und Besucher in die Albani-Kirche gelockt. Nach einem Gottesdienst und einem Fest rund um die Kirche verfolgten viele von ihnen auch das seltene Schauspiel des „festlichen Stadtgeläuts“.

Einige Dutzend Menschen hatte sich zur angekündigten Zeit etwa am Vier-Kirchen-Blick nahe des Gänseliesel-Brunnens versammelt. Tatsächlich wirkte die Akustik an dieser Stelle besonders eindrucksvoll, als nach dem Glockenspiel aus dem Jacobi-Kirchturm nach und nach die Glocken verschiedener Kirchen einsetzten, bis irgendwann Glocken aus allen möglichen Richtungen läuteten. „Das ist unglaublich schön“, sagte eine Besucherin, die extra aus Bovenden nach Göttingen gekommen war.

Einige waren ganz gezielt gekommen und nahmen das Geläut zum Beispiel mit Diktiergeräten oder Smartphones auf, andere blieben aber auch einfach spontan stehen und ließen die von Jacobi-Glöckner Ernst Puschmann choreografierte Glocken-Show auf sich wirken. Eine besondere klangliche Vielfalt bot sich denen, die nicht die ganze Zeit am selben Ort verharrten, sondern sich zwischendurch bewegten, und sei es nur für ein paar Meter in verschiedene Richtungen. Schon dies konnte ein gänzlich anderes Klangbild hervorrufen. Los ging es mit einem zehnminütigen Glockenspiel von St. Jacobi („Tedeum“, „Bruder Jakob“), danach ertönte das neue Plenum von St. Albani. Alle paar Minuten setzten fortan weitere Glocken ein, erst St. Marien, dann wieder St. Jacobi, dann St. Johannis, später unter anderen auch noch St. Michael und St. Paulus. In den finalen zehn Minuten waren schließlich alle Glocken gemeinsam zu hören.

Eigentlich erklingt ein solches festliches Stadtgeläut nur zu hohen kirchlichen Feiertagen – oder aber zum Jahreswechsel, doch dann geht es häufig im allgemeinen Trubel unter.

Die neuen Albani-Glocken waren im Gottesdienst feierlich geweiht worden. Schon während des Gottesdienstes wurden sie vorgestellt und auch kurz angeläutet – nacheinander die 2302 Kilogramm schwere Christus- und die 3397 Kilogramm wiegende Gnadenglocke Das Ensemble wird durch die Bet- und die Taufglocke vervollständigt. In seiner Predigt ging Superintendent Friedrich Selter nicht nur auf die Glocken selbst ein, sondern auch auf ihre symbolische Bedeutung: „Der Klang der Glocken gehört zum Soundtrack einer Stadt“, sagte er. Er trage eine Botschaft in die Stadt hinein und rufe zur Gemeinschaft auf. Und: „Die Geschichte der Glocken mahnt uns, den Frieden zu suchen.“mr

Bildergalerie, Video und Audio auf: gturl.de/albani-2019

Authored by: Blick Redaktion