Entwickler polieren Diamanten von morgen
Am Sonntag, 7. Juli, können Fans zwischen 10 und 14 Uhr nach Lust und Laune neue Spiele ausprobieren und Autoren kennenlernen. Bis 2018 testeten sie in der Stadthalle – am kommenden Wochenende wird in der Lokhalle gespielt.

Entwickler polieren Diamanten von morgen

Nationale und internationale Spieleautoren treffen sich am 6. und 7. Juli in der Göttinger Lokhalle. Am Sonnabend stellen sie einem Fachpublikum Prototypen, also unveröffentlichte Spiele vor. Am Sonntag, dem „Tag des Göttinger Spiels“, sind auch alle Fans drin im Vergnügen – von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Sie spielen für ihr Leben gern – und viele ihr Leben lang, sagt Christian Beiersdorf, Geschäftsführer der Spiele-Autoren-Zunft (SAZ). Einige Teilnehmer seien deutlich älter als er, betont der 70-Jährige. Die jüngste sei neun Jahre alt. Beiersdorf erwartet „rund 200 Spieleautoren und mehr als 70 Vertreter aus fast 40 Verlagen“ sowie Redakteure von Agenturen. Die meisten reisen aus Deutschland an. 170 der 190 Autorentische seien gebucht worden.Die Urheber haben ein großes Interesse am „professionellen Feedback“, so Beiersdorf – und die Verlagsvertreter „an den Diamanten von morgen“.

Das Treffen biete „in erster Linie ein Forum für Autoren, die noch nicht so bekannt sind“ – und zwar „ausnahmslos von analogen Spielen“. Neben den „Neulingen“ werden prominente Spieleentwickler vor Ort sein („etwa 35 bis 40 Prozent aller Teilnehmer“). Nicht wenige der in Göttingen vertretenen Autoren machten sich Hoffnungen auf den „Durchbruch“. Alle wollen „möglichst innovativ“ sein und „erzählend“ – also ein Spiel präsentieren, mit dem eine Story gespielt wird. Neben dem Ehrgeiz Storys zu spielen, seien zum Beispiel „witzige Würfelspiele“ vertreten.

Im Trend seien sogenannte „kooperative Spiele, bei denen man gegen ein Ereignis spielt, das man zu verhindern versucht. Jeder Mitspieler hat bestimmte Fähigkeiten, die er im Team einsetzt. Alle Spieler wollen gemeinsames ein Ziel erreichen. Dafür müssen sie sich absprechen. Diese Spiele verzeichnen in den vergangenen Jahre eine Erfolgskurve.“

Traditionell werden während der internen Veranstaltung am Sonnabend Mitglieder der Jury „Spiel des Jahres“ die Spiele von fünf in einer Vorauswahl qualifizierten Kandidaten testen. Der Sieger erhält „ein Stipendium im Wert von etwa 1500 Euro“, so Beiersdorf. Die finanzielle Unterstützung ermögliche den Nachwuchsautoren einwöchige Aufenthalte in einem Spieleverlag, im Fachhandel oder oder einer Autorenwerkstatt. Wer das begehrte Stipendium erhält, werde am 7. Juli bekannt gegeben.

An diesem Sonntag ist die Veranstaltung öffentlich – die Fans haben freien Eintritt. Zwischen 10 und 14 Uhr wollen die potenziellen Anwender das ausprobieren, was im Erfolgsfall im Regal eines Fachgeschäfts zu finden ist. „Neben dem Feedback der Fachleute ist das der Spielebegeisterten für die Autoren ganz wichtig.“

Authored by: Blick Redaktion