„Richtig guter Espresso“ im Plattenladen
Hans Philipp Schubring plant ein Café in seinem Vinyl Reservat in der Roten Straße.

„Richtig guter Espresso“ im Plattenladen

Die Genehmigungen liegen schon vor, irgendwann Anfang August soll es losgehen: Hans Philipp Schubring eröffnet in seinem Plattenladen in der Roten Straße ein Café. Klein und überschaubar soll es sein. Zehn Sitzplätze innen, zwölf draußen. Auch die Karte soll überschaubar bleiben: „Richtig guten“ Espresso, Cappuccino und regionale Säfte will der Plattenhändler seinen Kunden anbieten. Alkohol wird es nicht geben. „Das passt nicht ins Konzept“, sagt er.

Gleichzeitig ist der Laden mit Wirkung vom 14. Juni endlich auch offiziell ein Veranstaltungsort. „Was wir seit dreieinhalb Jahren in mündlicher Absprache mit der Stadt machen, ist jetzt rechtlich angesichert“, sagt Schubring. An dem Programm mit 30 bis 40 Musikveranstaltungen pro Jahr soll sich auch künftig nichts ändern. Die Bandbreite reichte in der Vergangenheit vom kleinen Wohnzimmerkonzert mit lokalen Liedermachern bis zum Auftritt namhafter Metal-Bands. Es gab Folkfestivals oder einen monatlichen Hip-Hop-Stimmtisch. Möglicherweise kommen einige neue Formate hinzu.

Die offizielle Genehmigung als Spielstätte und Café ist allerdings mit Auflagen verknüpft. Die Konzerte müssen bis 22 Uhr beendet sein, und die Besucher sollten das Umfeld des Vinyl Reservats dann auch zügig verlassen haben. „Ich bin auch für die sogenannte Ausstrahlungswirkung des Ladens verantwortlich“, erklärt Schubring. Außerdem muss er unter anderem ein neues Schloss am Hinterausgang installieren lassen und den Fluchtweg beschildern.

Größere Umbauten sind aber nicht geplant. Der Tresen wird ein wenig verbreitert, an der Wand daneben ein Regal angeschraubt und darunter die neue Kaffeemaschine installiert. Die wird wohl auch die größte Investition für das neue Geschäftskonzept. Es gab zwar bisher auch schon Kaffee für die Kundschaft aus seiner privaten Kanne, aber den hätten die Leute wohl nur getrunken, weil er umsonst war. „Den kannst du nicht verkaufen“, so die Rückmeldung aus seinem Umfeld.

Die Idee für das Café sei ihm im letzten Sommer gekommen. Während der heißen Wochen sei im Geschäft tendenziell immer etwas weniger los. Zwar gebe es immer genug aufzuholen, was bei Hochbetrieb liegen geblieben sei, aber Schubring suchte nach neuen Herausforderungen. Die Kombination aus Plattenladen und Café sei nicht seine Erfindung. Er kenne Beispiele aus den USA, aber auch in Europa und sogar in Deutschland soll es Geschäfte mit diesem Angebot geben.

Der Geschäftsinhaber ist sich sicher, dass durch das Konzept ein anderes Publikum in den Laden kommen werde. Er hält es dabei für nicht sonderlich wahrscheinlich, dass jemand kommt, um einen Kaffee zu trinken und anschließend mit einer LP nach Hause geht. „Aber wo sich Leute aufhalten, komme auch Leute dazu. Vielleicht entwickelt sich dann hier ein Treffpunkt für Menschen, die Musik mögen.“ Oder seinen Espresso. ms

Authored by: Blick Redaktion