„Würmchen“ kommt groß heraus bei „Klein gegen Groß“
Bei den „Göttinger Sieben“ spricht Tim Asch das „Würmchen“.

„Würmchen“ kommt groß heraus bei „Klein gegen Groß“

Drei Fragezeichen. Fünf Freunde. Die Göttinger Sieben. Eine Steigerung geht immer. Das gilt auch für Tim Asch, den jüngsten Mitwirkenden der Jugendkrimi-Hörspielreihe „Die Göttinger Sieben“. Der Elfjährige aus Bovenden kommt jetzt auch im TV groß heraus. Zur Primetime tritt er in der ARD-Familien-Spielshow „Klein gegen Groß“, die die Erwachsenen häufig alt aussehen lässt, als Heinz-Erhardt-Experte an. Vermittelt wurde er von seinem Hörspiel-Produzenten Sven Schreivogel. Für einen Einspieler bei der Show hat Tim Besuch von einem NDR-Team bekommen, das ihn für die Dreharbeiten zu verschiedenen Schauplätzen in Göttingen geführt hat. Aufgezeichnet wurde die Familien-Show mit Tim in Berlin, ausgestrahlt wird sie am Sonnabend, 6. Juli, um 20.15 Uhr.

Hörspielproduzent ist begeistert von Tim

Tim ist schon jetzt ein Medienprofi, beantwortet routiniert Fragen und stellt sich sofort für ein Foto-Shooting zur Verfügung. Als er sich mit neun Jahren für die Göttinger Sieben beworben hat, war er eigentlich noch zu jung. Die Untergrenze lag bei zehn Jahren, berichtet Schreivogel. Die Hörprobe sei aber mehr als überzeugend gewesen, die fünfköpfige Jury sich beim Casting schnell über das „pfiffige Kerlchen“ einig gewesen: „Das ist unser Würmchen“. So wird Paul Benson genannt, dem Tim mit seiner Stimme Leben einhaucht. „Tim ist im First Take so gut, dass wir nur einmal aufnehmen müssen“, schwärmt Schreivogel – und setzt nach: „Alle sechs Kinder sind sehr, sehr gut.“ Das letzte Kind hat Fell: Komplettiert werden die Göttinger Sieben durch einen Hund.

Mit den sechs Kindern, die beim Casting aus 80 Bewerbungen ausgewählt wurden, hat Schreivogel im Tonstudio von Thomas Körber in Weende die dritte Folge der Göttinger Sieben produziert. Chronologisch spielt die vor den beiden bereits erschienenen Folgen und erzählt, wie der Detektiv-Club entstanden ist. Um authentisch zu wirken, müsse die Pilotfolge vor dem Stimmbruch eingespielt werden, sagt Schreivogel.

Von Schreivogel für TV-Show vermittelt

Alle Detektive seien inzwischen Gymnasiasten, würden bei der Produktion von Eltern, Schulen, Jugend- und Gewerbeaufsichtsamt begleitet und unterstützt. In der Pilotfolge „Alte Eiche“ in der Hörspielfassung von Lucia Lehmann nach der Romanvorlage von Tobias Schrader gehe es um ein Geheimnis auf dem Göttinger Stadtfriedhof. Das Buch werde in der Hörspielfassung auf eine Stunde Länge komprimiert.

Der Neu-Eichenberger Medienproduzent Schreivogel gehört zur „Kassettenkinder-Generation“, ist aber auch noch mit Vinyl großgeworden. Für das Erwachsenenprogramm betreibt er das Hörspiel-Label Saphir-Tonart, für den Kinderbereich Saphir-Hörkids. Schreivogel, der sich für die Geschichte der Filmstadt Göttingen erwärmt, hat auch für den Eichborn-Verlag alle drei in Göttingen spielenden Heinz-Erhardt-Filme zu O-Ton-Hörbüchern mit Erhardt-Enkel Marek als Erzähler verarbeitet. Gemischt wurden die Hörbücher über „Vater, Mutter und neun Kinder“ (1958), „Witwer mit neun Töchtern“ (1957) und „Natürlich die Autofahrer“ (1959) in Körbers Tonstudio. Im Spätherbst 2018 war Schreivogel dann an einem NDR-Beitrag über Heinz Erhardt beteiligt, ist vor die Kamera getreten und hat das Team unter anderem zur ehemaligen Atelierhalle auf dem Sartorius-Campus geführt.

Nach dem Beitrag habe die „Klein gegen Groß“-Redaktion ihn nach Göttinger Kindern gefragt, die sich für Heinz Erhardt interessieren. Schreivogels Wahl fiel sofort auf Tim, mit dem er schon zuvor über Erhardt gesprochen hatte und der ein Faible für den 1979 gestorbenen Komiker, Komponisten, Kabarettisten, Schauspieler und Dichter hat. Auf den Unterhaltungskünstler gestoßen ist Tim durch den Aufsteller am Weender Tor – die Kreuzung, auf der Heinz Erhardt als Hauptwachmeister Eberhard Dobermann den Verkehr regelte.

Das war auch einer der Drehorte für den Einspieler mit Tim, ebenso der Kandelaber-Platz vor dem Deutschen Theater und das Dobermann-Haus in Geismar. Der elfjährige Fan ist der lebende Beweis dafür, dass Heinz Erhardts Humor zeitlos ist und immer noch zieht. Um es in Tims Worten zu sagen: „Ich finde ihn witzig – auch wenn es Schwarz-Weiß ist.“ „Noch’n Gedicht“ ist für ihn das Gebot der Stunde gewesen, für seinen Fernsehauftritt hat sich Tim durch ein ganzes Konvolut von Erhardt-Reimen geackert. ku

Als Erscheinungstermin der dritten Hörspiel-CD der „Göttinger Sieben“ nennt Produzent Sven Schreivogel den 12. Juli. Exklusiv und vorab ist das Hörspiel „Alte Eiche“ ab 5. Juli in den Tageblatt-Geschäftsstellen erhältlich.

Authored by: Blick Redaktion