Kulturpforten öffnen Weg ins Theater
Auch für die Kunstgala des Vereins Kunst erhält die Kulturpforte Restkarten. 2019 trat auch eine Gruppe der Ballettschule „art la danse auf. hier: Auftritt „art la danse“, Gšttinger Ballettschule, mit StŸck „Office Tristesse“ (aus dem StŸck „MEDO“)

Kulturpforten öffnen Weg ins Theater

Göttingen / Duderstadt. Mit Besuchen von Kultur- und Sportveranstaltungen versuchen die Vereine Kulturpforte in Göttingen und Duderstadt Menschen zu helfen, die über kein Geld verfügen, sich Eintrittskarten zu kaufen. Der Göttinger Verein hat im Jahr 2018 an seine Gäste 1571 Tickets vermittelt.
Im vergangenen Jahr ist „ein neuer Rekord aufgestellt worden“, erklärt Tobias Gleitz. Der Vorsitzende der Kulturpforte Göttingen erhielt 1710 Karten angeboten, wovon 1571 vermittelt wurden. Im Jahr 2013 war Gleitz Gründungsmitglied des Vereins, den er mit SPD-Landtagsabgeordneter Gabriele Andretta und Kunsthistorikerin Friederike Schmidt-Möbus ins Leben rief, um nach dem Vorbild der „Kulturloge Marburg“ Menschen die Möglichkeit zu bieten, kostenlos Kulturveranstaltungen zu besuchen.
Inzwischen hat der Verein „in Göttingen alle an Bord, die infrage kommen“, so Gleitz, der am Deutschen Theater in Göttingen beschäftigt ist. Die Göttinger Kulturinstitutionen sind dabei, aber auch die Händel-Festspiele oder das Fernweh-Festival. Und 257 Gäste haben sich registriert, um an Veranstaltung teilzunehmen.
Seit 2016 engagiert sich in Duderstadt in gleicher Weise ein gleichnamiger Verein, den die Kreistagsabgeordnete Sigrid Jacobi (CDU) auf den Weg brachte. In Duderstadt sei die Klientel eine andere als in Göttingen und meist im Rentenalter, berichtet Franz-Josef Dette, der von Anfang an ehrenamtlich im Projekt tätig ist. Auch die Anzahl der Interessenten sei seit der Gründung ziemlich konstant mit etwa 40 Personen. „Seit 2016 haben wir fast 500 Karten vergeben“, bilanziert Dette.

Restkarten werden vergeben

Wer das Angebot der Kulturpforten nutzen möchte, kann sich dort anmelden und erhält später Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Die Kulturpartner geben nicht verkaufte Eintrittskarten ab und über die Gästekartei der Kulturpforten werden Interessenten dann über das Angebot informiert.
In Duderstadt sind durch den Wegfall der Eichsfeld-Halle und die dortigen Angebote der Theater- und Konzert-Vereinigung (TKV) inzwischen weniger Veranstaltungen im Angebot. „Auch deshalb sind wir sehr glücklich, dass uns das Deutsche Theater in Göttingen mit Karten versieht“, erklärt Dette, der auch die Zusammenarbeit mit dem Team der Göttinger Kulturpforte lobt.

Awo und Caritas unterstützen

„Die Akteure in Göttingen binden uns voll mit ein“, so Dette. Und wenn es um Veranstaltungen in Göttingen geht, haben die Duderstädter auch einen Fahrservice, den die Caritas übernimmt.
Vom Caritas-Verband Südniedersachsen wird die Kulturpforte Duderstadt auch sonst organisatorisch unterstützt. Die Kulturpforte Göttingen ist beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt angesiedelt. In der AWO-Brotgalerie, Kurze Straße 3, wird zweimal die Woche über Kartenangebote informiert. „Wir sind froh und glücklich, dass wir keine Telefongebühren und Miete zahlen müssen, weil uns die Awo unterstützt“, so Gleitz. Dagegen hofft er auf weitere ehrenamtliche Mitarbeitern und auf Sponsoren. In Duderstadt, berichtet Dette, gebe es auch mal private Spenden: zuletzt ermöglichte so eine den Besuch des Theaters der Nacht in Northeim.
Veranstaltungen für Kinder
Dette und Gleitz wünschen sich beide mehr Veranstaltungen für Kinder. In Göttingen, so Gleitz, sei er dankbar für das Angebot der BG-Herren und der Flippo-Baskets BG 74, die auch Restkarten an die Kulturpforte weitergeben.
Die Kulturpforte in Göttingen erfährt von ihren Gästen immer wieder, dass sie es schätzen, Kulturveranstaltungen besuchen zu können. Viele dankten auch dafür, dass sie endlich wieder einmal ein Konzert oder eine Theatervorstellung erleben konnten, so Gleitz: „Es kommt sehr viel Dankbarkeit zurück.“

Weitere Informationen auf gturl.de/Kulturpforten und unter Telefon 0551/2019 59 63 oder 0 55 27 / 9 96 86-11

Authored by: Blick Redaktion