Oldtimer-Ausfahrt mit 95 Klassikern
ischer Fahrzeuge bot sich den Zuschauern und Teilnehmern der dritten Oldtimer-Ausfahrt „ADAC VFFG Historik“ beim Start am Mercedes-Center in Göttingen

Oldtimer-Ausfahrt mit 95 Klassikern

Kein Glück mit dem Wetter hatten die 95 Teilnehmer der Oldtimer-Ausfahrt „ADAC VFFG Historik“ am Sonnabend in und um Göttingen. Fast pünktlich zum Start des ersten Fahrzeugs um 9.31 Uhr setzte Dauerregen ein.
„Das wünscht man sich natürlich anders“, sagt der Göttinger Rainer Apel, der mit seinem 1994er Ford Escort Cabrio XR3i zum ersten Mal an einer solchen Ausfahrt teilnimmt. „Vor Jahren war ich mal als Streckenposten dabei, sonst nur als Zuschauer“, erzählt der ehemalige Ford-Mitarbeiter, der auch Mitglied bei den ausrichtenden Veteranen-Fahrzeug-Freunden Göttingen (VFFG) ist. Sein Auto ist eigentlich ein „Schön-Wetter-Wagen“, aber vermiesen lässt sich Apel die Ausfahrt durch den Regen nicht. Ärgerlich ist für ihn eher, dass es für sein 25 Jahre altes Auto inzwischen keine Ersatzteile bekommt. „Für ein Positionslicht muss man dann bei eBay schon mal 150 Euro hinlegen, wenn man es denn überhaupt bekommt“, erzählt er. Vom Wetter hingegen lässt sich der Cabrio-Fan aber nicht wirklich ärgern. Das gilt auch für die meisten anderen Fahrer und Beifahrer der Ausfahrt.

Spaß an alten Autos

Harald und Silke Merker sind zum Beispiel mit einem 1954er Mercedes 170 S-D am Start. „Wir sind zum dritten Mal dabei“, erzählt der Fahrer, der „einfach Spaß daran an, mit diesem schönen alten Auto durch die Gegend zu fahren und dabei auch Aufgaben zu lösen“. Größere Probleme sieht er nur bei stärkerem Regen: „Dann sind die Scheibenwischer dieser alten Autos einfach nicht so gut wie die heutigen“, beschreibt er. Die Merkers nehmen an der sogenannten „touristischen Ausfahrt“ teil; es gibt auch noch eine „sportliche“, deren Aufgaben ambitionierter gestaltet sind.

Baujahre von 1914 bis 1999

Das Vorbereitungsteam rund um den Organisationsleiter Heinrich Zwickert plant das automobile Event bereits seit Oktober 2018; damals ging es mit den ersten Genehmigungsverfahren los. Im Februar begann die „heiße Phase“ der Vorbereitungen – unter anderem mit der Streckenplanung und der Planung der genauen Kontrollpunkt-Platzierungen. Auch die sogenannten „Bordbücher“ mussten erstellt werden – das sind im Prinzip Aufgabenlisten, die von den Besatzungen der Fahrzeuge möglichst fehlerfrei und innerhalb gewisser Regularien abzuarbeiten sind.
„Wir hätten hier heute auch mit 120 Autos starten können“, berichtet Heinz-Dieter Pech vom Organisationsteam. Ursprünglich sollten nur 80 Fahrzeuge zur Ausfahrt zugelassen werden, doch wegen der großen Nachfrage sei die Teilnehmerzahl zumindest noch auf 95 erhöht worden. 15 Minuten vor ihrer jeweiligen Abfahrtszeit steigt die Konzentration, dann bekommen die Fahrer ihre Bordkarten ausgehändigt – und sehen erstmals ihre Aufgaben.
Als um 9.31 Uhr das erste und gleichzeitig älteste Auto – ein Ford Model T von 1914 – an den Start rollt, beginnt Sprecher Andreas Rutschmann mit der Vorstellung der Fahrzeuge. Im Minutentakt wird nun die Startflagge geschwenkt, bis alle Autos unterwegs sind. Die erste Etappe führt zunächst zum Niedersachsenhof nach Gieboldehausen, die zweite nach dem Mittagessen bis zum Schlosspark Nörten-Hardenberg. Dass sich das Wetter im Laufe der zwei Etappen noch etwas aufklart, wird die meisten Fahrer dann doch gefreut haben.

Bildergalerie und Video: www.goettinger-tageblatt.de

Authored by: Blick Redaktion