Geschwindigkeitskontrollen in der Fußgängerzone?
Die Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern in der Fußgängerzone ist in Duderstadt ein dauerhaft diskutiertes Thema.

Geschwindigkeitskontrollen in der Fußgängerzone?

Nachdem die Stadt Göttingen in der Gotmarstraße ein mobiles Blitzgerät aufgestellt hat, stellt sich die Frage nach der Geschwindigkeitsüberwachung in der Fußgängerzone Duderstadt. Das Tempo der Fahrzeuge ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema.

„In der Fußgängerzone wird oft zu schnell gefahren“, sagt Wilfried Dierkes, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Lebendige Stadt Duderstadt“. Die Mitglieder der BI fordern mehr Kontrollen, ob die Schrittgeschwindigkeit eingehalten wird. Aber auch unberechtigte Fahrzeuge wollen sie aus der Fußgängerzone heraushaben. „Man könnte auch den Lieferverkehr wie in anderen Orten beschränken“, regt Dierkes an.

In der Duderstädter Innenstadt einen geeigneten Standort zur Überprüfung der Geschwindigkeit zu finden, sei nicht ganz einfach, sagte Sabine Holste-Hoffmann, Leiterin des Fachdienstes Gefahrenabwehr, Feuerschutz der Stadt Duderstadt. „Wenn jeder das Gerät sieht, ergibt es keinen Sinn.“ Allerdings falle die Geschwindigkeitskontrolle auch in die Zuständigkeit des Landkreises. Lediglich die Kontrolle des ruhenden Verkehr zähle zu den Aufgaben der Stadtverwaltung.

Die Stadt Göttingen hat mittlerweile einen Platz in der Innenstadt für ihr mobiles Blitzgerät, den Enforcement-Trailer, gefunden. Die Gotmarstraße darf von berechtigten Anwohnern, Bussen, Taxis, Lieferwagen und von Radfahrern befahren werden. Allerdings dürfen die Fahrzeuge nur mit Schrittgeschwindigkeit passieren. Messungen hatten ergeben, dass viele Verkehrsteilnehmer sich nicht daran halten, begründete Verwaltungssprecher Dominik Kimyon, warum das Blitzgerät zum Einsatz gekommen ist.

Das Tempolimit gelte auch für Zweiradfahrer. „Zu schnell fahrende Radfahrer werden ebenfalls geblitzt.“ Mangels erkennungsdienstlicher Merkmale werde dies rechtlich aber nicht verfolgt. „Wir werden am Ende der vorgesehen Messdauer die Ergebnisse auswerten“, erklärte Kimyon.

„In Fußgängerzonen hat der Landkreis Göttingen bislang noch keine Maßnahmen zur Überwachung der einzuhaltenden Höchstgeschwindigkeit vorgenommen“, erklärt Landkreissprecher Ulrich Lottmann. Die Stadt Duderstadt habe hier aber Maßnahmen seitens des Landkreises beantragt. „Um zunächst überhaupt ein Bild über die örtliche Verkehrssituation zu erhalten, soll temporär ein Seitenradargerät zur Ermittlung der Verkehrsstärken und des gefahrenen Geschwindigkeitsniveaus positioniert werden.“ Ein solches Gerät wird an der Seite der Straße aufgebaut und misst Verkehrsstärken und -geschwindigkeiten in beide Richtungen. Nach Auswertung der Ergebnisse soll dann in Absprache mit der Polizei über zu treffende Maßnahmen beraten werden.
„Einen Enforcement-Trailer wie die Stadt Göttingen haben wir nicht“, so der Sprecher. Solch ein Gerät würde der Landkreis aber immer wieder mieten.

„Überhöhte Geschwindigkeit ist immer noch Unfallursache Nummer eins“, so Lottmann. Das bestätigt auch Christian Borchard, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Duderstadt. Die Polizei nehme Geschwindigkeitskontrollen aber nur außerhalb geschlossener Ortschaften vor. Anfang des Jahres sei allerdings über einen Zeitraum von drei Monaten schwerpunktmäßig die Fußgängerzone zu allen Tag- und Nachzeiten überwacht worden. „Wir haben einige Verkehrsverstöße festgestellt“, sagte Borchard. rf

Authored by: Blick Redaktion