Trotz hoher Auflagen: Möbelriese Porta will nach Göttingen
So ähnlich soll das neue Porta-Möbelhaus zwischen Grone und Groß Ellershausen aussehen.

Trotz hoher Auflagen: Möbelriese Porta will nach Göttingen

Für einen großen neuen Möbelmarkt zwischen Grone und Groß Ellershausen ist die nächste Weiche gestellt: Das bundesweit tätige Unternehmen Porta will am Ortseingang von Groß Ellershausen ein Einrichtungshaus bauen. Der Ortsrat Grone und die Baupolitiker des Rates haben jetzt einem möglichen Vertrag mit Planungsvorgaben zugestimmt. Zuvor hatten Gutachter und Stadtverwaltung unter anderem versichert, dass das Projekt andere Möbelhäuser in der Region und den Hochwasserschutz Grones nicht gefährdet. Abschließend muss noch der Verwaltungsausschuss des Rates entscheiden – in nichtöffentlicher Sitzung.

Auf einer Fläche von maximal 25 000 Quadratmetern will Porta in dem geplanten Einrichtungshaus überwiegend Möbel, Matratzen und ähnliches anbieten. Auf bis zu zehn Prozent der Fläche – 2500 Quadratmeter – darf der Händler auch ein sogenanntes Randsortiment wie Lampen, Glaswaren und Keramik verkaufen. Das ist im Entwurf für einen städtebaulichen Rahmenvertrag zwischen Stadt und Porta ebenso festgelegt wie eine Begrünung an der Westfassade, Stromerzeugung auf dem Dach, Bäume im Außenbereich und ein Lastenfahrrad-Angebot.

Geplant ist ansonsten ein lang gezogenes Gebäude im typischen Stil der Porta-Häuser vis-à-vis des bisherigen Tageblatt-Druckhauses. Es wird sich rechtwinklig zur Dransfelder Straße in Nord-Süd-Achse erstrecken: laut Vorgabe maximal zwölf Meter hoch, am Eingangsportal bis zu 24,5 Meter. Vor dem Ostportal ist ein Parkplatz mit mehr als 350 Stellplätzen, Bäumen und Grünbereichen geplant. Die Zufahrt erfolgt über eine bereits vorhandene Straße mit Anbindung an die Dransfelder Straße.

Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass die Porta-Gruppe die 35?000 Quadratmeter große Ackerfläche kaufen und dort ein Möbelhaus errichten will. Zuvor wollten an gleicher Stelle die Firmen XXXL und Poco Möbelmärkte bauen – allerdings deutlich größer. Das stieß bei Händlern in der Innenstadt und in der Region auf Kritik. Die Politik lenkte ein und beschränkte die maximal erlaubte Verkaufsfläche auf 25?000 Quadratmeter. XXXL und Poco sprangen ab.

„Wir glauben an diesen Standort und sind im städtebaulichen Vertrag relativ viele Kompromisse eingegangen“, sagte Jörg Husemann, Leiter der Porta-Entwicklungsabteilung im Bauausschuss. Damit reagierte er auch auf Forderungen aus den Reihen der Politik und Umweltschützer, das Dach und auch die anderen Fassaden zusätzlich zu begrünen. Die Verwaltung konterte, dass das Areal mit den Vorgaben gegenüber der jetzigen Ackerfläche deutlich aufgewertet werde. Dana Rotter (Piraten) kritisierte erneut, der Markt könne den Innenstadthändlern schaden. Für die Grünen stellte Dagmar Sakowski fest, dass die Festsetzung das Projekt deutlich aufwertet. Ähnlich äußerte sich Olaf Feuerstein (CDU).

Schließlich stimmte der Bauausschuss mehrheitlich zu, den Vertrag zu beschließen und die Änderungen im Planungsrecht jetzt öffentlich auszulegen. Im Ortsrat Grone fiel die Abstimmung bei einer Enthaltung einstimmig aus. „Ich finde es gut, dass diese Fläche jetzt bebaut wird“, sagte Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD). Göttingen könne noch ein weiteres Möbelhaus vertragen.

Das hatte auch eine Untersuchung des Martforschungs-Büros GMA bestätigt. Es hatte im Auftrag der Stadt die Auswirkung des geplanten Marktes für die Göttinger Händler als auch auf die umliegenden Mittelzentren geprüft. Ergebnis: „Von dem Vorhaben sind keine negativen raumordnerischen oder städtebaulichen Auswirkungen zu erwarten.“ Eine Gefährdung des innerstädtischen Einzelhandels sei auszuschließen.

Sorgen machen sich die Groner Ortspolitiker allerdings um mögliche Hochwasser, wenn bei Starkregen Wassermassen vom Porta-Gelände in den Elstalgraben und die Grone fließen. Auch das sei untersucht worden, versicherte die Verwaltung. Es bestehe keine Gefahr. us

Authored by: Blick Redaktion