Rote Karte für Ampeln mit Gänseliesel-Motiv
So wollte die Piraten-Partei das Gänseliesel als Ampelmotiv im Göttinger Stadtbild verankern.

Rote Karte für Ampeln mit Gänseliesel-Motiv

Ampeln mit Gänseliesel-Motiv soll es in der Göttinger Innenstadt nicht geben. Der Rat der Stadt hat am Freitagabend den entsprechenden Antrag mehrheitlich abgelehnt.
Francisco Welter-Schultes (Piraten) machte sich stark für die Idee, auf die ihn ein Tageblatt-Kommentar gebracht hatte. Die Umrüstung von Fußgängerampeln mit Motiven des Göttinger Wahrzeichens solle aus dem Etat des Stadtmarketings finanziert werden, schlug der Ratsherr vor: „Es ist eine billige Methode, um auf die Stadt aufmerksam zu machen“.

Mainz hat Mainzelmännchen-Ampeln

Weitere Argumente von Welter-Schultes waren das Beispiel der Mainzelmännchen-Ampeln in Mainz und die generelle Beliebtheit von Fußgängersinnbildern. „Alle können sich in Göttingen mit dem Gänseliesel identifizieren“, appellierte der Piraten-Ratsherr an die Mitglieder des Rates.

Doch statt Ampel-Debatte folgte für den Antrag von Welter-Schultes die rote Karte. Tom Wedrins, Fraktionschef der SPD, beantragte Direktbeschluss. Die Abstimmung ergab ein klares Votum gegen das Gänseliesel-Motiv auf Göttinger Ampeln: fünf Ja-Stimmen und mehrheitliche Ablehnung.

„Schaltungen sind ungerecht“

Mit „Bettelampeln“, ebenfalls auf Antrag von Welter-Schultes Thema des Rates, wird sich der zuständige Fachausschuss befassen. Die Kritik von Welter-Schultes, „die Schaltungen sind ungerecht für Fußgänger und Radfahrer“ sowie der Hinweis, sie seien eine Maßnahme für eine autogerechte Stadt nach den in den 1970er-Jahren üblichen Denkbildern, überzeugte die Ratsmitglieder nicht.

SPD-Ratsherr Volker Grothey nannte die Ampeln sinnvoll und lehnte es ab, alle Bettelampeln im Stadtgebiet abzuschaffen, wie Welter-Schultes es forderte. Ulrich Holefleisch (Bündnis 90/ Die Grünen) erklärte, „es darf nicht sein, dass es die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern reduziert“. Er sprach sich für eine Überprüfung aus. FDP-Ratsfrau Felicitas Oldenburg nannte den „Antrag zu einseitig, die Grundidee richtig.“ Einstimmig war der Rat dafür, über Bettelampeln und ihre Verbreitung weiter im Ausschuss zu diskutieren.

Die Ampeln, in Göttingen sind mehr als 30 unter anderem am Hoffmannshof, am Friedländer Weg oder in der Goßlerstraße installiert, bedeuten für Fußgänger und Radfahrer, dass sie für die Fortsetzung ihres Weges auf Fuß- und Radweg Grün per Schalter anfordern müssen. Dadurch verlängere sich die Wartezeit oder die Verkehrsteilnehmer warteten nicht ab und querten die Fahrbahn bei Rot, so die Kritiker. Bei anderen Anlagen erhalten im Geradeausverkehr alle Verkehrsteilnehmer grünes Licht. Bei den sogenannten „Bettelampeln“ ist das nicht der Fall. jes

Authored by: Blick Redaktion