Servicestelle berät zu Wohnraum im Alter
Stellen das Angebot der Servicestelle Wohnberatung vor(v. l.): Gaby Quintscher, Hartmut Wolter, Tanja Heiligenstadt, Eva-Maria Martin, Kreisrat Marcel Riethig, Björn Brüntrup, Astrid Winter und Ulrike Stahmann.

Servicestelle berät zu Wohnraum im Alter

Der Bedarf an sozialem Wohnraum im Landkreis Göttingen wächst. Viele dächten, „Wohnen auf dem Land ist doch kein Problem – weit gefehlt“, sagt Kreisrat Marcel Riethig. Er ist zu Gast in der Servicestelle Wohnberatung des Landkreises. Diese stellt ihr vielfältiges Angebot vor. Ziel der Beratungsstelle ist, Ältere und Menschen mit Beeinträchtigung bei Fragen zu unterstützen. Dafür bieten die Mitarbeiter auch Vor-Ort-Termine an.

„Wohnen ist für einige Experten das Thema des 21. Jahrhunderts“, erläutert Riethig. Das sei jedoch sehr „pathetisch und überzogen“, meint er. Dennoch sei es ein großer Themenkomplex, bei dem die Menschen unterstützt werden müssten. Diese Hilfe liefert die Anfang dieses Jahres gegründete Servicestelle mit Sitz im Kreishaus, Reinhäuser Landstraße 4. Das vorliegende Wohnraumversorgungskonzept zeige deutlich, dass es trotz des demografischen Wandels einen großen Bedarf an barrierefreiem Wohnraum im Landkreis gebe. „Es werden Hunderte Wohnungen benötigt.“ Ausgehend von der Annahme, dass „alle möglichst lange selbstständig wohnen wollen“, gebe es viele Menschen, die dabei Hilfe benötigen. „Viele Fragen können nur im persönlichen Gespräch beantwortet werden“, betont er. Die Servicestelle hilft dabei, Antworten zum barrierefreien Umbau des eigenen Wohnhauses, zur Finanzierung oder Technischen Hilfen zu finden.

„Die meisten Älteren wollen in ihrem häuslichen Umfeld bleiben“, sagt Fachdienstleiterin Tanja Heiligenstadt. Die Beratungsstelle plant für die Zukunft eine Angebotslandkarte und eine Wohnraumbörse, zudem werden Gespräche mit verschiedenen Bürgermeistern geführt, um zu eruieren, wo eventuell Wohnraum verfügbar ist und auch in den einzelnen Orten auf die Angebote aufmerksam zu machen. „Wir brauchen die Gemeinden an Bord“, meint sie.

Seit etwa 15 Jahren ist der Kooperationspartner, die Freie Altenarbeit Göttingen (FAG), in diesem Bereich aktiv. Kürzlich erlangten neun ehrenamtlichen Wohnberater ihre Qualifizierung. Dass diese ausgebildet werden, sei wichtig, denn schließlich arbeiten sie in einem „sensiblen Bereich“. Denn wenn sie in die Häuser der Hilfesuchenden kommen, „sehen sie alles, vom Bade- bis zum Schlafzimmer“, sagt Hartmut Wolter von der FAG. Viele Menschen hätten große Scheu, „Fremde ins Haus zu lassen.“ Dabei sei es vorteilhaft, sich „frühzeitig um das Älterwerden zu kümmern“.
Deshalb müsse das Bewusstsein der Betroffenen frühzeitig geweckt werden, „damit die Rente nicht für das Pflegeheim genutzt werden muss.“ tc

Authored by: Blick Redaktion