Uni-Klinik Göttingen: Neues MRT für 2,45 Millionen Euro
7,35 Tonnen wiegt das neue MRT-Gerät für die Göttinger Universitätsmedizin. Am Dienstag wurde das 2,45 Millionen Euro teure Gerät geliefert.

Uni-Klinik Göttingen: Neues MRT für 2,45 Millionen Euro

7,35 Tonnen Gewicht, 3 Tesla magnetische Flussdichte und 2,45 Millionen Euro Kosten – das sind die Eckwerte für das neue MRT-Gerät der Göttinger Universitätsmedizin. Am Dienstag wurde das hochmoderne Gerät per Kran in das extra umgebaute MRT-Gebäude gehievt. Seine Vorteile: Es misst genauer, schneller und ist komfortabler für die Patienten als herkömmliche Geräte.
Unerwartet klein ist das tonnenschwere Gerät, das langsam am Kranhaken zwischen Bettenhaus 1 und Bettenhaus 2 hereinschwebt. Dennoch müssen Kranführer und Handwerker Millimeterarbeit leisten: Der kleine Hof zwischen den MRT-Pavillons misst nur wenige Meter und das Loch in der Wand ist gerade groß genug, um das weiße Gerät dann mit Muskelkraft durch die Wand hindurch an seinen Standort in dem Gebäude zu rollen.

„Das ist schon eine ganz andere Dimension, in die wir hier stoßen“, schwärmt Prof. Joachim Lotz, Direktor des Institutes für diagnostische und interventionelle Radiologie an der UMG. Ein moderneres Gerät gebe es zur Zeit auf der Welt nicht – zumindest nicht im klinischen Einsatz.

Und dort soll der neue Hochleistungs-Magnet-Resonanztomograf (MRT) künftig die Arbeit der Ärzte deutlich verbessern. Die MRT setze keine Röntgenstrahlen ein, sondern nutze ein starkes Magnetfeld und Radiowellen, um innere Körperregionen abzubilden. Dadurch entstehen keine Strahlenbelastungen für den Körper, erklärt Kliniksprecher Stefan Weller. Je größer die magnetische Flussdichte ist, desto genauer seien die Untersuchungs-Bilder.

Das neue Gerät mit der Flussdichte 3 Tesla ermöglicht präzisere Bilder als das Vorgängermodell in einer kürzeren Zeit, erklärt Lotz. Es arbeite zuverlässiger und könne sich automatische auf den Patienten einstellen. Das heißt konkret: Erst wenn unter anderem Herzfrequenz und Atmung optimal sind, wird ein Bild gemacht. Das spare Scans und Zeit und liefere mehr sowie bessere Daten für eine noch genauere Therapie.

In dem neuen MRT „können Patienten richtig aufatmen“, ergänzt Dr. Ali Seif, Sektionsleiter MRT am Institut. Oft als lästig empfundene Atempausen seien bei der Bildaufnahme nicht mehr erforderlich. Zudem verbrauche das Gerät etwa 30 Prozent weniger Energie als der Vorgänger. Und es sei mit einer Öffnung von 70 Zentimetern bequemer für die Patienten.

Etwa 6000 Patienten pro Jahr werden laut Seif in den beiden klinisch genutzten MRTs untersucht – bis zu einem Drittel auch von außerhalb der UMG. Hinzu käme zwei Forschungs-MRTs im gleichen Gebäude und zwei weitere Forschungsgeräte mit Echtzeit-Magnetresonanztomografie für „kardiovaskuläre MRT“ in einem Gebäude an der Ostseite des Klinik-Areals.

Das Vorgängergerät des neuen MRTs war nach fast 20 Einsatzjahren ausgereizt. Es war veraltet „und es war immer schwerer, bei Problemen Ersatzteile zu bekommen“, erklärt Dr. Ulrike Streit, Oberärztin am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie. Der Umbau allerdings habe Planer und Klinikmitarbeiter vor eine große Herausforderung gestellt, so Seif. Für das neue Gerät sei die Radiologie zwischen den Bettenhäusern 1 und 2 für knapp eine Million Euro umgebaut worden – „im laufenden Betrieb“. Dabei seien auch Arbeitsablauf und Patientenweg optimiert worden.

Mitarbeiter und Planer lobten sich gegenseitig für ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen und den reibungslosen Ablauf. „Wir haben wenig davon gemerkt“, sagt Dr. Babak Panahi, Bereichsleitung CT und CT-Intervention.

In den kommenden Wochen muss das neue MRT montiert und angeschlossen werden, dann folgt eine mehrwöchige Schulungseinheit für die Mitarbeiter. Voraussichtlich im Januar könne das einzige Gerät seiner Art in Südniedersachsen in Betrieb genommen werden, so Seif. Wann das zweite Altgerät ausgetauscht wird, sei noch offen.

Authored by: Blick Redaktion