Tobias Buck-Gramcko ist Niedersachsens Nachwuchssportler 2019
Zu den drei WM-Medaillen ist jetzt noch ein Titel hinzugekommen: Tobias Buck-Gramcko wurde als Niedersachsens Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet.

Tobias Buck-Gramcko ist Niedersachsens Nachwuchssportler 2019

Seine drei Weltmeistertitel haben den Ausschlag gegeben: Tobias Buck-Gramcko vom Tuspo Weende ist als Niedersachsens Nachwuchssportler des Jahres 2019 ausgezeichnet worden. Die Entscheidung zugunsten des Göttinger Radsportlers hat eine zehnköpfige Jury aus Sport, Wirtschaft und Medien getroffen.

Bei der Heim-WM in Frankfurt/Oder hatte Buck-Gramcko in diesem Sommer für Furore gesorgt und mit dem deutschen Bahnvierer einen neuen Weltrekord über 4000 Meter aufgestellt. Zudem holte der Tuspo-Fahrer als Einzelstarter über die 3000 Meter und 1000 Meter die Goldmedaille. Der 18-jährige Abiturient des Felix-Klein-Gymnasiums ist nun in die Erwachsenen-Klasse gerückt.

An dem Abend selbst sei die Überraschung über den Wahlsieg nicht mehr so groß gewesen. „Überraschend war für mich, dass ich überhaupt nominiert wurde“, berichtet Buck-Gramcko, der die Tage vor Weihnachten in seiner Heimatstadt Göttingen verbringt und eine Erkältung auskuriert. Vorgeschlagen wurde er vom Landesverband für die Wahl. Im GOP Varieté Hannover fand die Ehrung statt. „Positiv war, dass nicht so viel geredet wurde“, erzählte der Sportler, dem es besonders gut gefallen hat, dass die Nominierten in Kurzfilmen vorgestellt wurden. „Da hatte man schnell einen Überblick, was die einzelnen Sportler geleistet haben.“

Auftritte der GOP-Artisten, eine Verlosung und gutes Essen rundeten den Abend ab, bei dem es keinen Dresscode gegeben hatte. „Einige Teams kamen in ihrer Sportkleidung. Ich hatte die schickere Bundeswehr-Uniform an“, berichtete Buck Gramcko, der sein Preisgeld von 1000 Euro erst einmal an die Seite legen will. „Weihnachtsgeschenke gibt es auch, aber dafür brauche ich das Geld nicht anrühren.“

Der Radrennfahrer ist inzwischen Sportsoldat. Im November hat er seine Grundausbildung gemacht und genießt nun die Spitzensportförderung der Bundeswehr. Außerdem hat er ein – von seinem Dienstherren genehmigtes – BWL-Studium in Berlin begonnen. „Meine erste Klausur habe ich schon bestanden“, erzählt der Göttinger. Allerdings ist sein Pensum in der Uni – aufgrund des großen Trainingsumfangs – sehr eingeschränkt. „Ich strecke das Studium, aber das war auch von Beginn an so geplant“, berichtet der 18-Jährige.

Viel Zeit investiert der Dreifach-Weltmeister ins Training. Wenn Einheiten auf der Bahn anstehen, absolviert er diese in Frankfurt/Oder, ansonsten fährt er aber viele Kilometer auf der Straße. „Das kann ich natürlich da machen, wo ich gerade bin“, erzählt der Radsportler, der inzwischen die kurzen Wege in seiner Heimatstadt zu schätzen gelernt hat. „In Berlin muss ich erst einmal rausfahren, um richtig trainieren zu können“, versucht er dem Großstadtverkehr und brenzligen Situationen zu entkommen. Noch immer arbeitet Buck-Gramcko mit dem niedersächsischen Landesverbandstrainer zusammen. Nikolaj Fuchs schreibt die Trainingspläne für seinen Schützling und hält den Kontakt aus der Ferne.

Die Olympiateilnahme 2020 in Tokio hat der Radrennfahrer noch nicht komplett abgeschrieben. „Meine Chancen sind aber kleiner geworden. Die Männer haben zuletzt leistungsmäßig ordentlich aufgeholt und sich verbessert“, beobachtet er die Szene natürlich ganz genau. Die Hoffnung auf eine Teilnahme bei dem sportlichen Höhepunkt eines Leistungssportlers gibt er nicht auf: „Ich versuche es natürlich noch, aber ich erwarte es nicht.“ Zeit hat der 18-Jährige ja noch lange, schließlich startet er 2020 erstmals im Herrenbereich und hat da dir Zukunft noch vor sich.

Authored by: Blick Redaktion