Oberbürgermeister begrüßt mit  rund 1000 Gästen das neue Jahr
Rolf-Georg Köhler spricht beim Jahresempfang. Dienstag, 7. Januar⋅19:00 bis 20:00 Lokhalle Göttingen, Bahnhofsallee Zum traditionellen Neujahrsempfangder Stadt am Dienstag, 7. Januar 2020, erwartet Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler wieder mehrere hundert Gäste. Der Empfang findet in diesemJahr erneut in der Lokhalle an der Bahnhofsallee statt und beginnt um 19.00Uhr. Im Rahmen des Empfangs wird außerdem der Initiativpreis der Susanne & Gerd Litfin-Stiftung an Veronika Frels für ihr Engagement in der Palliativstation der UMG verliehen.

Oberbürgermeister begrüßt mit rund 1000 Gästen das neue Jahr

Rund 1000 Gäste hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) zum Neujahrsempfang der Stadt begrüßt. Zum zweiten Mal fand die Veranstaltung in der Lokhalle statt in der Stadthalle statt.

„Wir treffen uns hier in der Lokhalle, weil die Stadthalle kernsaniert wird“, sagte Köhler. Das habe er auch im vergangenen Jahr schon gesagt – „nicht ahnend, dass sich hier Turbulenzen ergeben könnten“. Am Ende sei alles gut ausgegangen. „Die Stadthalle bleibt, wird rundum erneuert und bald an alter Stelle in neuem Glanz erstrahlen“, versprach der Oberbürgermeister. Und weiter: „Wir sind im Zeit- und Budgetplan.“ Die Sanierung der Stadthalle sei nur eine der Maßnahmen, um Göttingen attraktiver zu machen. In der City pulsiere es, dort schlage das Herz Göttingens.

Göttingen sei attraktiv und beliebt. Köhler: „Es wird aber sehr viel darüber gesprochen, wo unsere Stadt noch nicht so gut ist.“ Ihm komme der Blick darauf, was die Stadt erreicht hat, zu kurz. „Wir können doch stolz miteinander auf diese Stadt sein.“ Aktuell habe man mit dem Sparkassen-Areal am Markt sowie mit dem Grotefend-Gelände und dem Gothaer Haus Gelegenheit, weiteres Potenzial zu entfalten. „Das sind große Flächen, die viel Entwicklungsmöglichkeiten für die Innenstadt bieten. Ich denke an eine gesunde Mischung aus Gewerbe, Einzelhandel und Wohnen“, so der Oberbürgermeister.

Trotz aller schönen Ecken gibt es Sanierungsbedarf, beispielsweise in der nördlichen Innenstadt. Erste Maßnahmen seien bereits angelaufen, Parken sei nur noch auf einer Straßenseite erlaubt. Mit „Doppelstreifen“ von Stadtordnungsdienst und Polizei Göttingen zeige man Präsenz. „Für die Innenstadt brauchen wir eine Einschränkung der Zufahrt“, betonte Köhler, „unberechtigte Durchfahrten“ müsse man verhindern. Das Thema werde heiß diskutiert, mehr Parkplätze auf der einen, weniger Autoverkehr auf der anderen Seite. „Mir ist wichtig, bei all diesen Entwicklungen die Menschen, die es betrifft, mitzunehmen“, so Köhler.

Die größten Herausforderungen aber werden laut Köhler die bereits bekannten Investitionsprojekte sein. „Überall müssen wir mit höheren Baukosten rechnen.“ So zum Beispiel auch bei der eben bereits erwähnten Sanierung des Neuen Rathauses. Die Kostenprognose liege derzeit bei gut zehn Millionen Euro – vor drei Jahren seien es noch knapp neun Millionen Euro gewesen. Man müsse Prioritäten setzen. Das werde sich auch bei den Schulsanierungen niederschlagen. „Wir können nicht alle auf einmal sanieren“, sagte Köhler.

Als eines der der großen Zukunftsthemen für die Stadt nannte der Oberbürgermeister die Digitalisierung. Gemeint sei nicht die Möglichkeit, Termine im Rathaus online zu vereinbaren. Es gehe um die intelligente Vernetzung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche. „Dass Göttingen zur Smart City, zur digitalen Stadt mit hoher Lebensqualität wird, darum kümmern wir uns in den nächsten Monaten sehr intensiv. In wenigen Wochen werden wir einen Digitalisierungsrat benennen, der das Thema voranbringen wird.

Als Chance nannte Köhler auch den Neubau der Universitätsmedizin. Irritiert sei er allerdings davon, wie man mit diesem Thema umgeht. „Die Stadt Göttingen erwartet, dass zugesagte Abläufe eingehalten und umgesetzt werden. Der Beginn des Neubaus muss zügig vorangehen“, forderte der Oberbürgermeister.

Ein weiteres wichtiges Thema für Göttingen und die Region sei die Fusion der Sparkassen Münden und Göttingen. Noch im ersten Halbjahr 2020 soll darüber entschieden werden. Köhler sprach von einer „Chance zur Stärkung der Region“.

Zu jedem Neujahrsempfang werden andere Schwerpunkte gesetzt, in diesem Jahr habe man vor allem die Sportvereine eingeladen. „Sport fördert den Teamgeist und das Fair Play“, so Köhler. Insgesamt seien in Göttingen knapp 40 000 Menschen in 115 Vereinen organisiert. Göttingen werde immer öfter als Standort zur Ausrichtung großer Sportveranstaltungen angefragt, als Beispiel nannte der Oberbürgermeister die Deutschland Tour. Er dankte allen Freiwilligen – ob im Sportverein, in der Altenhilfe, im Umwelt- und Naturschutz, in kulturellen Einrichtungen, in der Kommunalpolitik, bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim Technischen Hilfswerk oder als ehrenamtliche Schöffen, in Kitas und in Schulen.

Besonders begrüßte der Chef seine Mitarbeiter der Verwaltung, die wegen eines Brandanschlags auf das Amtshaus ins Telekomgebäude umziehen mussten. „Nach wie vor bin ich fassungslos über diese Tat.“ Wer Häuser anzünde, Menschenleben in Gefahr bringe und Menschen bedrohe, der müsse gesellschaftlich geächtet werden. „Dafür darf es keine falsch verstandene Toleranz geben“, forderte Köhler. Generell beobachte er, dass der gesellschaftliche Ton rauer werde. Deutlich zu sehen sei das „auf Facebook und Co“. Im realen Leben werden Rettungskräfte angepöbelt und Mitarbeiter bedroht. Köhler abschließend: „Leute, redet doch miteinander, diskutiert. Gerne auch hart in der Sache, aber menschlich und wertschätzend im Umgang. Das, meine lieben Gäste, ist etwas, wo wir als Gesellschaft wieder hinkommen müssen.“

Authored by: Blick Redaktion