Sparkasse Göttingen  mit Bilanzsummen-Rekord
Präsentieren gute Geschäftszahlen der Sparkasse Göttingen: Vorstandsvorsitzender Rainer Hald (li) und Vorstand Michael Birlin.

Sparkasse Göttingen mit Bilanzsummen-Rekord

„Neue Wege gehen“ – unter dieses Motto hat die Sparkasse Göttingen ihre Bilanz-Pressekonferenz für das Geschäftsjahr 2019 gestellt. Vorstandsvorsitzender Rainer Hald machte schnell deutlich, dass der Weg des Wachstuns, den das Göttinger Finanzinstitut bereits 2015 eingeschlagen hat, erfolgreich ist.

„Unser Geschäftsergebnis bestätigt unseren Wachstumskurs“, betonte Hald. In Zahlen bedeutet das: Die Bilanzsumme wächst um mehr als fünf Prozent auf nun 3,6 Mrd. Euro. „Damit gehörten wir im vergangenen Jahr erneut zur Spitzengruppe der niedersächsischen Sparkassen“, so der Vorstandsvorsitzende. Dabei betonte Hald, dass dies eine Leistung des gesamten Sparkassen-Teams sei. „Mein Dank ist besonders groß, da dies nicht nur aufgrund des Umzugs in das neue Sparkassen-Forum ein sehr bewegendes Jahr war“, sagte Hald.

Das Betriebsergebnis habe jedoch – wie vom Vorstand prognostiziert – in Bezug auf Wachstum nicht mithalten können. Aufgrund erheblicher Investitionen in neue Geschäftsfelder, Infrastruktur und Digitalisierung sowie schwieriger Rahmenbedingungen, lande die Sparkasse mit einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis von rund 20 Mio. Euro innerhalb des zu Jahresbeginn festgelegten Zielkorridors. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr (22,1 Mio. Euro) ein Minus von etwa zehn Prozent.

Wie im Vorjahr werde die Sparkasse für 2019 einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau von 5,5 Mio. Euro ausweisen. Vor dem Hintergrund steigender Kapitalanforderungen und aktuell anstehender Herausforderungen könne dadurch die notwendige Eigenkapitalstärkung der Sparkasse Göttingen weiter vorangetrieben werden, sagte Hald. Als Sponsor und Förderer verteilt die Sparkasse wie in den Vorjahren etwa eine Million Euro in der Region.

Die Sparkasse leiste wieder einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Dynamik in ihrem Geschäftsgebiet. Und zwar nicht nur indem sie dem Wirtschaftskreislauf aktiv finanzielle Mittel zuführe, sondern auch als Steuerzahler, unterstrich Hald: „Wir haben Zahlungen in Höhe von rund 6 Mio. Euro geleistet. Damit gehört die Sparkasse Göttingen zu den größten Steuerzahlern der Region.“ Im Geschäftsbericht 2018 hatte die Sparkasse angegeben, mehr als 9 Mio. Euro an Steuern zu zahlen.

Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass sein Institut als eines von wenigen, keine Verwahrungsgebühr auf Kundeneinlagen erhebe und diese auch nach aktuellem Stand nicht plane. Als Verwahrungsgebühr umschreiben viele Geldinstitute die Weitergabe von Negativzinsen an die Kunden. Eines der wichtigsten Standbeine bleibe für die Sparkasse das Kreditgeschäft. Am weiteren Wachstum des Kundenkreditvolumens zeige sich das sehr aktive Kreditgeschäft der Sparkasse Göttingen, das 2019 um mehr als 6 Prozent auf über 2,8 Mrd. Euro gesteigert wurde, wie Vorstandsmitglied Michael Birlin erläuterte. Stark angewachsen seien auch die Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbstständige, für die die Sparkasse seit Dezember ein neues Online-Firmenkundenportal gelauncht hat. Birlin dokumentierte ein Plus in Höhe von 305 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Zuwachs von fast 20 Prozent. Der Kreditbestand der Firmenkunden insgesamt sei um fast 7 Prozent auf mehr als 1,5 Mrd. Euro erhöht worden.
Die Finanzierung von Eigenheimen nehme nach wie vor einen großen Stellenwert ein und war so auch in 2019 die Basis des guten Ergebnisses. Darlehenszusagen für den Wohnungsbau seien auf insgesamt zirka 260 Mio. Euro gestiegen.

Die Nachfrage nach Immobilien sei im vergangenen Jahr weiterhin ungebrochen groß gewesen. Allerdings schränkte Hald ein: „Der Markt ändert sich. Es lässt sich derzeit nicht mehr jede Immobilie verkaufen. Es gibt allerdings auch Lagen, da kannst du alles verlangen.“
Auch auf den Aktienmarkt blickt die Sparkasse zufrieden zurück. Eine nachhaltige Geldanlagestrategie komme derzeit nicht ohne Wertpapiere aus. Das Umsatzvolumen von etwa 330 Mio. Euro im vergangenen Jahr bestätige die nach wie vor gute Stellung der Sparkasse im Wertpapiergeschäft. In den Wertpapiersegmenten Aktien, Investmentfonds (insbesondere Immobilienfonds) und festverzinsliche Wertpapiere sind auch in 2019 hohe Umsätze zu verzeichnen.

Mit Blick auf das Jahr 2020 stehe selbstverständlich die geplante Fusion mit der Sparkasse Hann. Münden im Fokus. „Wir gehen davon aus, dass die technische Fusion am 1. September erfolgt und dann rückwirkend zum 1. Januar 2020 umgesetzt wird. Es ist jedoch eine Trägerentscheidung. Wir arbeiten in Projektgruppen sehr intensiv daran. Bis zur Umsetzung rechnen wir mit 2100 Mann-Stunden, von denen die Sparkasse Göttingen etwa 2000 leisten muss.

Ins Jahr startet das Geldinstitut mit 608 Mitarbeitern, darunter 21 Berufsstarter – sechs mehr als im Vorjahr. Darunter sind 15 Auszubildende, ein PFH-Student und fünf Praktikanten der Fachoberschule.

Authored by: Blick Redaktion