Tratsch im Schönheitssalon
Das Ensemble der Göttinger Theatergruppe „SchnurZ“ übt das neue Stück „Magnolien aus Stahl“ ein, das am 31. Januar Premiere feiern soll.

Tratsch im Schönheitssalon

Das Göttinger Amateurtheater „SchnurZ“ bringt in diesem Jahr das Stück „Magnolien aus Stahl“ auf die Bühne. Geplant sind insgesamt neun Vorstellungen in Göttingen, Dransfeld, Nesselröden und Reinhausen. Die Vorbereitungen für die Premiere am 31. Januar laufen auf Hochtouren – zuletzt gab es ein komplettes Proben-Wochenende.

Seit August 2019 übt das „SchnurZ“-Ensemble das neue Stück ein, das Regisseur Stefan Kollmann ausgesucht hat. „Die Suche nach einem geeigneten Stück war diesmal etwas schwierig, da wir momentan nur weibliche Darsteller haben“, sagt er. Eher durch Zufall kam er auf die Tragikomödie „Magnolien aus Stahl“ von Robert Harling, mit dessen filmischer Umsetzung eine gewisse Julia Roberts 1989 schlagartig bekannt wurde – noch vor ihrem endgültigen Durchbruch als „Pretty Woman“ an der Seite von Richard Gere.

Die Geschichte von „Magnolien aus Stahl“ spielt Anfang der 80er-Jahre in einem kleinstädtischen Schönheitssalon in den Südstaaten. Hier treffen sich regelmäßig sechs Frauen, die ihre Alltagssorgen und -freuden miteinander teilen. Zwischen Waschen, Schneiden und Föhnen geht es dabei natürlich auch um Klatsch und Tratsch, Religion, Kochrezepte, Kinder, Haustiere und Männer – aber auch um Hochzeiten, Geburten und Todesfälle. Dass das Leben kein immerwährender lauer Frühlingstag ist, bekommen die Freundinnen bald am eigenen Leib zu spüren, doch die Kraft ihrer Freundschaft lässt sie zusammen jede Krise, Trauer und Meinungsverschiedenheit überwinden.

„Die Zuschauer werden es lieben, weil das ein Stück ist, in dem sich jeder irgendwie wiedererkennen kann. Es geht um viel Alltägliches, mit allem, was dazu gehört“, macht der Regisseur neugierig auf seine Inszenierung. Die Besitzerin des Salons, Truvy, wird dargestellt von Tina Roßbruch-Danneboom, die übrigens auch im richtigen Leben Friseurmeisterin ist. Andrea Blochmann spielt ihre Angestellte Annelle. Die gut situierte „Übermutter“ M’lynn wird von Gabi Lippek interpretiert, ihre Tochter Shelby von Britta Bossmann-Henkel. Die zuckerkranke Shelby, die eigentlich keine Kinder bekommen kann, steht kurz vor ihrer Hochzeit – allein in diesem Satz steckt bereits einiges an Stoff für das Stück. Mit im Boot ist außerdem noch die wohlhabende Dame Clairee (Beate Fromm), ehemalige Bürgermeistergattin und jetzt Witwe, die in ihrer Freizeit gern kocht, backt und Radiosender kauft – weil sie es kann. Auch Fußball ist bei ihr ein Thema, schließlich ist das örtliche Stadion nach ihrem verstorbenen Mann benannt. Und dann ist da noch Ouiser (erstmals dabei: Musa Kaliszewska), die „schrullige Alte“, die sich immer wieder über ihre Nachbarn ärgert.

Damit das Stück authentisch rüberkommt, hat das „SchnurZ“-Team extra zwei Frisierstühle und einen Tresen angeschafft, um eine passende Kulisse für den Salon auf die Bühne bringen zu können. Regisseur Kollmann wirkt nicht nur deshalb zufrieden – sondern auch, weil die einstudierten Szenen aus den insgesamt vier Akten bereits gut funktionieren. Und ein bisschen Zeit hat das Ensemble ja noch für den Feinschliff. „Wir liegen gut im Zeitplan, alles funktioniert schon prima“, sagt Kollmann entspannt. Etwas mehr als zwei Stunden wird das Stück dauern – und es scheint, als dürfe sich das Publikum auf einen weiteren Höhepunkt in der „SchnurZ“-Historie freuen.

Tickets und Termine

Tickets für fast alle Vorstellungen gibt es zum Preis von zehn Euro (ermäßigt acht Euro) über die Internetseite schnurz.com sowie nach Verfügbarkeit an der jeweiligen Abendkasse. Die Vorstellungen 2020: 31. Januar und 1. Februar in der Friedenskirche, Auf dem Hagen 21 in Göttingen (Beginn jeweils 19.30 Uhr); 6., 7. und 8. Februar im ThOP in Göttingen (jeweils 20.15 Uhr); 15. Februar im Gasthaus Schenke in Nesselröden (19.30 Uhr); 29. Februar im Dorfgemeinschaftshaus in Reinhausen (19.30 Uhr); 15. März in der Osthalle des Klinikums in Göttingen (19.05 Uhr, keine Tickets/Reservierungen vorab verfügbar); 21. März in der Stadthalle Dransfeld (19.30 Uhr).

Authored by: Blick Redaktion