Unterschriften für Dorfbrunnen
Einsatz für den bestehenden Brunnen am Dorfplatz von Hilkerode: Maria Nolte (2.v.r.) sammelt zusammen mit Anna Grünewald (2.v.l.) Unterschriften – hier bei Maria Henkel (r.).

Unterschriften für Dorfbrunnen

In der Dezember-Sitzung des Ortsrates hatte sich das Gremium mit klarer Mehrheit für einen komplett neuen Brunnen am Dorfplatz Hilkerode entschieden. Einzig Ortsbürgermeister Michael Skupski (parteilos) plädierte dafür, den vorhandenen Brunnen nach Vorschlägen des Künstlers, Prof. Helmut Stephan Diedrich, zu überarbeiten und damit zu erhalten. Es sei ein Kunstwerk und etwas Einmaliges, argumentierte er. Doch damit konnte sich Skupski nicht durchsetzen, da die übrigen sieben anwesenden Ortsratsmitglieder gegen Diedrichs Entwurf entschieden und lieber eine Planung ohne das alte Modell bevorzugten.

Dass der bestehende Brunnen am Dorfplatz von Hilkerode durch einen neuen Brunnen ersetzt werden soll, wie es die Mehrheit des Ortsrates wünscht, stößt in der Ortschaft unterdessen nicht nur auf Zustimmung. Im Gegenteil: Es formiert sich Protest gegen die Pläne und es werden Unterschriften für den Erhalt des vorhandenen Brunnen-Kunstwerkes gesammelt.

Eine der Initiatorinnen ist Maria Nolte. „Es ist traurig, dass dieses kulturhistorische Denkmal weg soll“, sagt sie und ärgert sich über die Entscheidung der Ortsratsmitglieder. Gerade die Jüngeren könnten sich nicht mehr mit dem Brunnen in der Dorfmitte identifizieren und es fehle ihnen der Bezug, meint Nolte. Für die älteren Hilkeröder habe der Brunnen aber eine besondere Bedeutung. Nolte hofft, dass der Ortsrat seine Entscheidung noch einmal überdenkt. Zur nächsten Sitzung will sie dem Gremium eine Unterschriftenliste vorlegen. Als sie am Donnerstag mit ihrer Liste im Ort unterwegs ist, haben schon mehr als 85 Hilkeröder, die den alten Brunnen behalten möchten, unterschrieben.

„Man muss nicht unnötig Geld für einen neuen Brunnen rauswerfen“, finden beispielsweise Christopher Rogge (29), Sebastian Weber (36) und Doris Schmidt (61). Die Hilkeröder führen ein weiteres Argument gegen die Ortsratsentscheidung an. Wasserspielmöglichkeiten für Kinder sehen sie direkt an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt für wenig geeignet an: „Da müssten man ja den Bereich einzäunen.“ Regina Henkel ergänzt: „Das wäre viel zu gefährlich.“

Henkel plädiert dafür, den Brunnen mit den Bronzetafeln herzurichten. „Nicht alles, was neu ist, ist auch gut“, sagt die 69-Jährige. Auch Mario Müller (33) und Alex Weber (33) hielten eine Reparatur für sinnvoller.
„Der Brunnen ist einmalig und muss erhalten bleiben“, betont Anna Grünewald und erinnert an die Einweihung des Brunnens zur 75-Jahr-Feier der Hilkeröder Kolpingfamilie im Jahr 1980. „Wir können nicht so einfach hinnehmen, dass er weg kommt“, sagt die 87-Jährige, deren Mann seinerzeit noch Ortsbürgermeister in Hilkerode war. „Für uns hat der Brunnen auch eine Bedeutung als Treffpunkt“, sagt Maria Henkel und unterschreibt bereitwillig auf Noltes Liste.

Der Brunnen am Dorfmittelpunkt aus dem Jahr 1980 bereitet seit geraumer Zeit Probleme, da der Vorratsbehälter Wasser verliert. Deshalb sollte er überarbeitet werden. Der Künstler hatte mit dem Verweis auf das Urheberrecht einen Vorschlag des Ratsherren Sascha Behrmann (WDB) abgelehnt und ein eigenes überarbeitetes Modell angefertigt, dass er akzeptieren könne. Die vorhandenen drei Bronzeplatten, welche die Täler um das Dorf symbolisieren, sollen dem überarbeiteten Modell des Künstlers zufolge auf drei Steinen aus Eifeler Lavabasalt angebracht werden. Das Wasser würde in einen bronzenen Behälter in der Mitte der Täler fließen. Ein Überlauf soll verhindern, dass das Wasser über den Rand tritt. Insgesamt soll die überarbeitete Brunnen-Version Diedrichs niedriger sein als bisher.

Behrmann hatte gefordert, dass der neue Brunnen begehbar und für Kinder auch bespielbar sein sollte. „Was mir grundsätzlich fehlt“, bemängelte Behrmann, „ist das Aktive“, begründete er.

Authored by: Blick Redaktion