Mehr als 1000 neue Parkplätze für Fahrräder
Fahrradabstellplätze auf dem Bahnhofsplatz.

Mehr als 1000 neue Parkplätze für Fahrräder

Immer mehr Menschen sind in Göttingen mit dem Fahrrad unterwegs. Das führt auch zu mehr abgestellten Rädern. Die Parteien im Stadtrat fordern mehr Abstellplätze. Seit 2012 ist die Stadtverwaltung dabei, diese zu schaffen: In der Innenstadt sind seitdem 439 neue Plätze hinzugekommen, auf dem Bahnhofsgelände entlang der Berliner Straße wurde die Kapazität auf 1600 erweitert.

Die Bestandsaufnahme des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung gibt einen Überblick – „und macht ja schon Hoffnung“, wie es Olaf Feuerstein (CDU) kommentierte. Im Bau- und Planungsausschuss des Stadtrates sollen im Februar die Anträge von CDU und SPD aus dem Vorjahr behandelt werden. Beide Fraktionen wollen die Zahl der Fahrradabstellplätze in Göttingen deutlich erhöhen und das wilde Parken verringern.

„Der Anreiz das Fahrrad zu nutzen wird gefördert, wenn beim Abstellen am Ziel sicher geparkt werden kann. Ein Fahrradabstellplatz sollte relativ schnell, sicher und möglichst fahrend erreichbar sein“, argumentierte die SPD-Ratsfraktion in ihrem in der September-Sitzung des Rates eingebrachten Eintrag. Im Dezember 2019 folgte die CDU mit konkreten Vorschlägen für Abstellplätze an 43 Orten in der Innenstadt und mit 303 Plätzen sowie der Forderung nach einem innenstadtnahen Fahrradparkhaus.

Bei der Suche nach Stellplätzen, so Sören Koss, Teamkoordinator im Fachbereich Stadt- und Verkehrsplanung und Referent in der Januar-Sitzung des Fachausschusses, werde von der Verwaltung der Bereich der Fußgängerzone bevorzugt. Geprüft werde weiter, ob Lieferzonen in den Seitenstraßen teilweise zu Abstellplätzen umzuwandeln sind. Das soll passieren, wenn sich herausstellt, dass die Lieferbereiche nicht in dem vorhandenen Umfang notwendig sind. Von „Superantrag“ sprach Koss mit Blick auf die Vorschläge der CDU-Ratsfraktion. „Mithilfe des Antrags können neue Anlagen geschaffen werden“, stellte Koss unter anderem für die Groner Straße in Aussicht. Auch die Gotmarstraße „passt super rein“ in die von der Verwaltung erstellte Liste. In der Straße habe die Ostseite die ausreichende Breite für Abstellplätze.

In der Debatte erklärte Francisco Welter-Schultes, „die Leute schieben ihr Fahrrad bis zu der Stelle, wo sie in ein Geschäft gehen“. Damit plädierte der Piraten-Politiker für mehr Abstellplätze in der Fußgängerzone I, der Weender Straße. Nicht nur dort allerdings, so Silvia Binkenstein (SPD), beschweren sich die Einzelhändler über Bänke und Fahrradbügel vor ihren Geschäften.

Am Beispiel der Kurzen Geismarstraße und der Situation vor dem Discounter „Kaufland“ zeige sich, so CDU-Politiker Feuerstein, dass die „Fahrräder trotzdem dort stehen, wo wir sie nicht haben wollen“. Edgar Schu, Ratsgruppe Linke/ALG, ergänzte, dem Unternehmen vorzuschlagen, Abstellplätze für Zweiräder im Parkhaus einzurichten. Das Gebäude betreibt im Tiefgeschoss ein Parkdeck.

Auf der Liste: Gartenstraße, Deutsches Theater und Kurze Straße

1065 Stellplätze stehen für Fahrräder innerhalb des Walls zur Verfügung. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind etwa 730 Fahrräder lose abgestellt oder an Baumringen angeschlossen. Für die Innenstadt sollen entsprechend der Ziele der Stadtverwaltung 500 neue Stellplätze geschaffen werden. Auch soll eine Nutzerbefragung, wie sie vor fünf Jahren erfolgte, demnächst durchgeführt werden, so Sören Koss von der Stadtverwaltung.

Auf der Liste der noch zu schaffenden Abstellplätze hat die die Stadtverwaltung für 2020 angegeben: Gartenstraße / Düstere Straße; Goetheallee; Rote Straße (West); Deutsches Theater (Ostseite); Gotmarstraße; Kurze Straße.

Auf dem Bahnhofsvorsplatz und im Bereich Zentraler Omnibusbahnhof sind die 336 Anlehnbügel, die bis 2012 Platz für 672 Fahrräder boten, entfernt worden. Stattdessen bietet eine Reihenanlage in Hoch-Tief-Aufstellung sie Ende 2012 die Kapazität für 1600 Fahrradstellplätze.

Authored by: Blick Redaktion