Ampeln sind installiert – aber dunkel
Die Ampel an der Kreuzung Rinschenrott/Autobahnzubringer sind installiert, aber noch nicht in Betrieb.

Ampeln sind installiert – aber dunkel

Im Januar hatte die SPD-Fraktion im Göttinger Stadtrat einen offenen Brief geschrieben. Sie forderte darin das Landesstraßenbauamt Bad Gandersheim auf, die Baustelle am Rinschenrott an der Zufahrt zum Autobahnzubringer fertigzustellen. Die Fraktion bezog sich mit ihrem Brief auf einen Artikel im Göttinger Tageblatt. Darin erklärte die Behörde auf Tageblatt-Nachfrage, dass die Baustelle eigentlich erledigt sei. Das Problem seien die fehlenden Lichtzeichenanlagen, für deren Installation eine Firma zuständig und für die Verzögerung verantwortlich sei. Zudem wurde deutlich, dass verschiede Abteilungen für unterschiedliche Bereiche der Baustelle zuständig sind.

„Es kann unseres Erachtens nicht sein, dass ungeklärte Zuständigkeiten zu ungeklärten Zuständen führen und diese auf Kosten der Stadt Göttingen und ihrer Bürger ausgetragen oder besser gesagt ausgesessen werden“, schrieb die Fraktion. „Wir fordern Sie deshalb auf, umgehend die Baustelle Rinschenrott in Göttingen abzuschließen und die Ampelanlage zeitnah zu errichten.“

„Wir sind sauer, dass es wegen einer solchen Lappalie nicht gelungen ist, den Verkehr wieder freizugeben“, betonte damals Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. „Ich hoffe, dass es umgehend gelingt.“ Zugegebenermaßen habe es in Göttingen viele Baustellen parallel gegeben. Aber dann versuche man doch, den Verkehr möglichst schnell wieder freizugeben. „Die FDP hofft ein schnelles Ausbügeln der Planungsfehler der Landesbehörde“, kommentiert Felicitas Oldenburg von der FDP-Ratsfraktion den Sachstand am Rinschenrott. Als „ärgerlich“ bezeichnet Udo Trost von der Göttinger Linken. Er wittert eine bewusste Verzögerung der Bauarbeiten. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen antwortet kurz und bündig: „Die Grünen-Fraktion schließt sich dem offenen Brief der SPD-Ratsfraktion an.“

Danach kam endlich Bewegung in den Ärger um die Baustelle. Nach dem offenen Brief und der Tageblatt-Berichterstattung teilte das Landesstraßenbauamt Bad Gandersheim mit, wie es weitergehen sollte. Mit der In­stallation der Signalgeber und der dazugehörigen Technik werde in der vierten Kalenderwoche begonnen, hieß es am 9. Januar. Die Arbeiten würden in der fünften Kalenderwoche abgeschlossen, danach werde die halbseitige Sperrung aufgehoben.

Bis Ende November sollte der Rinschenrott an der Anschlussstelle zur B 27 halbseitig gesperrt sein. So lautete der Plan des Landesstraßenbauamts Mitte November. Spätestens in der 48. Kalenderwoche sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, teilte damals Dieter Schultz mit, Sachgebietsleiter Straßenbau beim Landesstraßenbauamt, mit. Die Straßenbauarbeiten waren da längst abgeschlossen. Die Ampelanlage fehlte weiterhin. Die halbseitige Sperrung könne allerdings ohne funktionierende Ampel nicht aufgehoben werden, „das ist an dieser Kreuzung zu gefährlich“, sagte Schulz.

Schlechte Leitungspläne hätten zu der massiven Verzögerung geführt, hatte Schultz erklärt. Die Arbeiter haben im Untergrund „enorm viele Kabel und Leitungen aufgetaucht, von denen niemand etwas wusste. Wir mussten umplanen und den Mast um ein paar Meter versetzen.“ Dafür aber habe ein neues Fundament aus Beton gegossen werden müssen.

Authored by: Blick Redaktion