Bilanz: Wenig Schäden  nach Sturmtief „Sabine“
Der Tag nach dem Sturm „Sabine“ in Göttingen: Umgestürzter Baum unterhalb des Walls.

Bilanz: Wenig Schäden nach Sturmtief „Sabine“

Sturmtief „Sabine“ ist über die Region hinweggezogen – und hat Feuerwehr und Polizei teils bis in die Montagmorgenstunden hinein beschäftigt. Dennoch blieben die Schäden überschaubar, wie Frank Gloth, Sprecher der Göttinger Feuerwehr, am Montag auf Anfrage mitteilt. Verletzte habe es keine gegeben. „Insgesamt gab es keine dramatischen Einsätze“, sagt Gloth. Von einer ruhigen Nacht berichtet auch die Polizei.

Etwa 80-mal ist die Feuerwehr in der Nacht ausgerückt, teilt Gloth mit, davon 20-mal im Stadtgebiet. Meist habe es sich um Äste oder Bäume auf den Straßen, herabgefallene Dachziegel oder umgestürzte Bauzäune gehandelt.

Am Sonntag waren wegen des Sturmtiefs im Göttinger Stadt- und Kreisgebiet sogenannte Führungsstellen eingerichtet worden, von denen die Einsätze lokal koordiniert wurden. „Gegen Mitternacht konnten wir die Führungsstelle im Stadtgebiet zurückfahren“, sagt Gloth. Vereinzelt waren Führungsstellen im Landkreis bereits am Abend aufgelöst worden, weil weniger Einsätze als erwartet eingingen.

Von 13 Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet seien maximal vier im Einsatz gewesen. „Die Lage war mit relativ wenigen Einsatzkräften gut zu handeln“, berichtet Gloth. „Wir hatten mit mehr gerechnet.“ Zum Vergleich: Während des Sturmtiefs „Friederike“ im Jahr 2018 rückten die Retter im Landkreis mehr als dreimal so oft aus wie in der Nacht zu Montag. „Das hatte schon eine andere Dimension“, so Gloth. Am Montagmorgen hatte sich die Lage wieder entspannt. Bis zum Nachmittag kamen etwa zehn weitere sturmbedingte Einsätze hinzu.

Auf den Straßen und im Bahnverkehr kehrte im Laufe des Vormittags wieder weitgehend Normalität ein. Einige Kreisstraßen, unter anderem zwischen Friedland und Klein Schneen sowie zwischen Hann. Münden und Laubach waren am Montag zunächst wegen Sturmschäden gesperrt. Die A7 in Richtung Kassel war zwischen Hildesheim und Dreieck Salzgitter wegen umgekippter Bäume bis Montagnachmittag dicht.

Wegen umgeknickter Bäume und Ästen auf der Fahrbahn war auch die B4 zwischen Sondershausen und Nordhausen bis Montagmittag für den Verkehr abgeriegelt. Eine 64-jährige Autofahrerin und ihr 72-jähriger Begleiter hatten Glück: Sie kamen mit dem Schrecken davon, als vor ihnen ein Baum umfiel. Trotz Vollbremsung stieß ihr Auto mit dem Baum zusammen, überfuhr ihn und kam an der Leitplanke zum Stehen.

Glück im Unglück hatte auch ein 51 Jahre alte Stöckheimer, der in der Nacht zu Montag mit seinem Auto auf der Ortsdurchgangsstraße in Stöckheim unterwegs war. Ein Baum stürzte auf die Motorhaube seines Fahrzeugs – der Fahrer blieb nach Angaben der Polizei unverletzt.

Der Busverkehr lief am Montagmorgen weitgehend wie gewohnt. Und auch der Bahnverkehr nahm seinen Betrieb am Morgen langsam wieder auf. Die Strecken des Fernverkehrs wurden seit dem Vormittag wieder befahren. Fahrgäste mussten jedoch weiter mit Verzögerungen rechnen. Der Deutsche Wetterdienst warnt indes weiter vor Sturmböen in Stadt und Landkreis Göttingen sowie im Landkreis Northeim. Noch bis Dienstagnachmittag soll es stürmisch bleiben. In Schauernähe können schwere Sturmböen mit bis zu 100 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit auftreten. „Wir sind weiterhin einsatzbereit“, sagt Gloth. Retter und Einsatzfahrzeuge stünden in Stadt und Landkreis auf Abruf.

Authored by: Blick Redaktion