„Dein Song“: Leos großer Auftritt
Leo Kilper aus Rosdorf zeigt bei „Dein Song“ sein Gesangstalent.

„Dein Song“: Leos großer Auftritt

Wer das Wohnzimmer von Familie Kilper in Rosdorf betritt, den springen die vielen Musikinstrumente beinahe an. In dem hellen Raum stehen zwischen Holzmöbeln verteilt Gitarren, Bässe und Kontrabass, unter dem Klavier steht ein Cajon, darauf liegt ein Mikrofon. Leo Kilper sitzt locker am Wohnzimmertisch, die Haare fallen ihm ins Gesicht. Seit vergangenem Juli ist der 16-jährige Nachwuchs-Songwriter Teil der KiKa-Castingshow „Dein Song“. Mit seinem selbstkomponierten Lied „Das Tollste im All“ ist er einer von 19 Jugendlichen, die es in die Vorentscheidung geschafft haben. Sein großer Auftritt ist am Donnerstag, 13. Februar, auf dem Kinderkanal ausgestrahlt worden.

Wenn der junge Rosdorfer erzählt, gibt es kein Halten mehr. Seine klaren Augen halten Blickkontakt, er lacht viel. Der Gitarrist und Bassist hat sich viel selbst beigebracht, wenn es um Musik geht, seine Lieder produziert er selbst. Er sei eine Person, die sich oft frage: „Will ich das wirklich? Was könnte schiefgehen?“ Dann lacht er wieder, wischt den Gedanken mit der Hand beiseite. „Ich möchte lieber im Moment leben und einfach machen.“

In seinen selbst geschriebenen Texten beschäftigt sich der Schüler mit Gefühlen, die ihn nicht loslassen. Meist hat der Rosdorfer zuerst die Akkorde im Kopf, nach und nach entstehe daraus eine Melodie, sagt Kilper. Bei seinem Song „Die Tollste im All“ war es anders: Das poppige Lied handelt von einem Mädchen, in das er sich verliebt hatte. „Ihre Gefühle waren nicht wie meine, so sehr ich es mir auch gewünscht habe.“

In seinem Song findet der Jazzmusik-Fan Frieden mit sich selbst: „Es ist okay, traurig zu sein und den anderen immer noch toll zu finden. Das muss man sich erlauben“.

Die Fernsehshow „Dein Song“ läuft im Hause Kilper schon lange. „Darauf konnten wir uns in der Familie einigen.“ Seine Mutter Andrea riet ihm, er solle sich auch bewerben. Gesagt, getan: Kurze Zeit später war der Brief mit dem selbstproduzierten Song in der ausgehenden Post.

Dann ging alles ganz schnell: Kurze Zeit später stand der Jungmusiker im Scheinwerferlicht, beim Casting auf Schloss Biebrich bei Wiesbaden, um ihn herum Kameras. „Ich kannte das Schloss ja nur aus dem Fernsehen, das war völlig verrückt“, berichtet Kilper. „Ich war eigentlich nur wegen diesen paar Zeilen auf Papier da und auf einmal triffst du beim Mittagessen Ole Specht von Tonbandgerät.“ Seine Augen strahlen: „Die höre ich selber ganz oft.“

Er sei in den Wochen vor dem Auftritt „sehr aufgeregt“ gewesen, vor Ort sei die Stimmung aber „total cool und mega entspannt“ gewesen. Konkurrenzdenken habe es unter den Teilnehmern der Show nie gegeben: „Ich habe viele neue Freunde gefunden, die meine Leidenschaft für Musik teilen. Wenn ich Hilfe bei einem Song brauche, dann kann ich einfach in unsere Whatsapp-Gruppe fragen“, sagt Kilper. Zwölf eigene Lieder hat er bisher geschrieben.

Ruhe kehrt in das Leben des 16-Jährigen nicht ein: Mittlerweile spiele er in vier Bands, neben Schule und Freunden bleibe „kaum noch Zeit für Hobbys“. „Ich möchte Musiker werden“, das klinge aber wie der Traum eines kleinen Jungen, findet der IGS-Schüler.

Ob es zum Superstar reicht, vermag er nicht zu sagen: „Die Konkurrenz ist sehr groß in dem Geschäft.“ Kilper ist realistisch: „Es gibt genügend Musiker, die nur regional bekannt sind und davon leben können. Eine solche Karriere wäre schön“, sagt er, allerdings „braucht man dafür auch Glück“. Außerdem möchte er erst noch sein Abitur machen: „Das ist eine Anweisung von ganz oben“. „Ganz oben, das bin ich“ ruft seine Mutter Andrea herüber.

Authored by: Blick Redaktion