Luhbachbrücke soll abgerissen werden
Die Luhbachbrücke im Rosdorfer Ortskern muss abgerissen werden.

Luhbachbrücke soll abgerissen werden

Die Rosdorfer müssen sich ab April auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf ihren Ortsumgehungen einstellen: Dann sollen die Bauarbeiten an der Luhbachbrücke, die sich mitten im Ortskern befindet, beginnen. Für den Abriss und Neubau der eigentlich unscheinbaren Brücke sind laut der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr acht Monate Bauarbeiten vorgesehen.

Da die Landesstraße sich einmal durch ganz Rosdorf zieht, sei bei einer Sperrung eine „verkehrliche Mehrbelastung“ unumgänglich, teilt Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) mit. „Ich kann den Unmut der Anwohner verstehen“, sagt er, es gebe aber keine Alternative. Der Verkehr müsse über die Ortsumgehungen, den Hamberg im Norden oder den südlichen Teil des Kernortes umgeleitet werden – dies war bereits im Jahr 2019 der Fall, als der Leinewasserverband die Brücke für mehrere Wochen sperren musste. Damals wurden die Leitungen so verlegt, dass die neuen Fundamente nun gesetzt werden können.

„Da es sich um eine Landesstraße handelt, ist die Gemeinde nicht zuständig“, so Steinberg. Der Bürgermeister versichert aber, dass „die Geschäfte in der Nähe der Bauarbeiten allesamt weiterhin erreichbar bleiben“ werden. In unmittelbarer Nähe der Brücke liegen eine Zahn- und eine Tierarztpraxis sowie eine Fahrschule, nur eine Querstraße weiter beginnt das Industriegebiet mit mehreren Supermärkten. Um einen Neubau der Brücke käme Rosdorf aber nicht herum, betont Steinberg.
Das bestätigt die zuständige Straßenbaubehörde aus Bad Gandersheim. Die gemauerten Unterbauten der Brücke an der Schnittstelle zwischen Rase und Grundbach stammen aus dem Jahr 1901, der Stahlbeton-Überbau datiert auf das Jahr 1953 zurück, teilt die Behörde mit.

Eine Sanierung sei nicht möglich. „Die Tragfähigkeit der Brücke konnte schon 1996 im Rahmen einer Einstufungsberechnung nur noch als gemindert eingestuft werden“, lautet die Antwort aus Bad Gandersheim auf eine Tageblatt-Anfrage. Der Überbau, also die oberen Bauteile der Brücke, würden hauptsächlich auf der Unterseite erhebliche Schäden aufweisen. Unter anderem zeigten sich dort Längs- und Querrisse. Das Schadensbild deute auf eine Überlastung der Brücke durch die Verkehrsbelastung hin.

Die Arbeiten, die nun anstehen, sind umfangreich: Die sich seitlich der Brücke befindlichen sogenannten „Kappen“, auf denen die Gehwege verlaufen und die Geländer befestigt sind, würden Abplatzungen aufweisen und müssten ebenfalls erneuert werden. Die Fahrbahn aus Asphalt sei insbesondere im Übergangsbereich von Straße zu Brücke massiv beschädigt und auch die Abdichtung zwischen Brückenoberfläche und Straßenbelag müsse instandgesetzt werden.Das gesamte Ausmaß der Bauarbeiten war allerdings lange nicht abzusehen. Eigentlich sollte zunächst nur der Überbau aufgrund der Schäden erneuert werden. Zur Vorbereitung der Sanierung seien auch die gemauerten Unterbauten der Brücke genauer überprüft worden. Dabei habe sich „herausgestellt, dass Steine und Fugen des alten Mauerwerks ebenfalls marode sind“, teilt die Straßenbaubehörde mit. Ein den heutigen Maßstäben entsprechendes Tragfähigkeit- und Sicherheitsniveau wäre durch die Sanierungs- oder Verstärkungsmaßnahmen „nicht realisierbar“. „Aus diesem Grund ist die gesamte Brücke durch den Neubau zu ersetzen“, heißt es aus Bad Gandersheim. Die Baukosten belaufen sich nach Angaben der Straßenbaubehörde auf etwa 700 000 Euro.

Authored by: Blick Redaktion