Der erste Platz: Spatz
Der Haussperling stand schon oft auf Platz 1 in den Ergebnissen der Nabu-Zählung.

Der erste Platz: Spatz

Anfang Januar haben viele Vogelfreunde und solche, die es werden wollen, eine Stunde lang im Garten oder Park ausgeharrt und gefiederte Gefährten gezählt. Bereits zum zehnten Mal hatte der Naturschutzbund (Nabu) gemeinsam mit dem bayrischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) dazu aufgerufen. Mit den Daten kann der Nabu feststellen, welche Arten rückläufig sind und von welchen die meisten Vögel in Deutschland anzutreffen sind.

Der Haussperling – oder auch Spatz – ist in diesem Jahr erneut der meistgezählte Wintervogel in Niedersachsen. In der „Stunde der Wintervögel“ registrierten freiwillige Vogelbeobachter insgesamt knapp 73 000 Exemplare, wie der Nabu mitteilte. Der Haussperling verwies damit alle nachfolgenden Vogelarten deutlich auf ihre Plätze. Am nächsthäufigsten landeten die Kohlmeise (rund 49 100), die Blaumeise (rund 37 900), die Amsel (rund 31 400) und der Feldsperling (30 500) in den beobachteten Gärten und Parks.

18 093 Vögel im Landkreis Göttingen

Im Landkreis Göttingen haben 686 Vogelbeobachter in 471 Gärten insgesamt 18 093 Vögel gezählt, zeigt der Nabu auf seiner Website auf. Auch hier ist der Haussperling klarer Vorreiter mit 3449 Exemplaren gegenüber der zweitplatzierten Kohlmeise mit 2594 Meisen. Die Kohlmeise hat jedoch im Vergleich zum Vorjahr aufgeholt: 17 Prozent Steigerung lassen sich ablesen. Der Haussperling kann mit 6 Prozent Steigerung aufwarten. Auf dem dritten Platz liegt die 1757-mal entdeckte Blaumeise, die Amsel folgt ihr mit 1596 Zählpunkten auf Platz 4. Dafür wurde sie in den allermeisten Gärten des Landkreises gesichtet – in 94,27 Prozent der Zählpunkte kam sie bei den Vogelfreunden vorbei. Die letzten Plätze – 70 bis 72, belegen Arten, die jeweils nur einmal gesehen wurden: Uhu, Birkenzeisig und Zilpzalp.

Im Kreis Northeim haben die Helfer in 210 Gärten 8351 Vögel gezählt. 301 Vogelfreunde haben ihre Zählwerte eingereicht. Der Haussperling hat sich auch in diesem Landkreis an die Spitze gesetzt mit 2090 gezählten Tieren in 70,95 Prozent der Gärten. Allerdings zeigt das im Trend einen Einbruch: Im Vergleich zum Vorjahr seien das 16 Prozent weniger. Auf Platz 2 sitzt der Feldsperling mit großem Abstand zu Spatz & Co., er wurde nur 1055-mal beobachtet. Die Kohlmeise auf Platz 3 wurde wie die Amsel in über 90 Prozent der Gärten gesehen. Fünf Vogelarten wurden am Wintervogelwochenende jeweils nur einmal gesichtet und sind deshalb in der Rangliste auf den Plätzen 53 bis 57 einsortiert: Kleinspecht, Merlin, Habicht, Girlitz und Fasan.

Deutschlandweit meldeten dem Nabu zufolge rund 143 000 Helfer aus 97 000 Gärten insgesamt über 3,6 Millionen Vögel. Pro Garten ergebe sich daraus ein Mittelwert von 37,3 Vögeln, und dieser liege höher als 2019. Damals seien es 37 Vögel gewesen. Das langjährige Mittel lag jedoch bei fast 40 Vögeln pro Garten. Insgesamt stellen die Vogelexperten des Nabu seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 einen abnehmenden Trend fest. Dennoch biete das Ergebnis keinen Grund zur Sorge, sagte Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen. „Die Daten aus inzwischen einem Jahrzehnt ,Stunde der Wintervögel’ zeigen, dass die Zahl der Vögel in den Gärten umso geringer ist, je milder und schneeärmer der Winter ist.“ Weniger im Garten beobachtete Vögel seien wahrscheinlich eine Folge der langen Reihe milder Winter in den vergangenen Jahren: „Erst wenn es kalt wird, suchen Waldvögel Zuflucht in den Gärten.“

Authored by: Blick Redaktion