Bombe mit Ausrufezeichen
Probe für das neue Stück am Deutschen Theater „Bombe!“: Marius Ahrendt, Roman Majewski, Marie Seiser, Gaia Vogel

Bombe mit Ausrufezeichen

„Herzlich Willkommen zu unserem Abend heute. Bombe! Ja, Bombe, genau. Mit Ausrufezeichen. Bombe! Bäm.“ Diese Sätze skandiert das vierköpfige Schauspielensemble des Deutschen Theaters zu Beginn ihres neuen Stücks „Bombe!“. Abdul Abbasi und Philipp Löhle haben das Stück gemeinsam geschrieben. Premiere ist am Freitag, 13. März, um 20 Uhr.

In dem Stück geht es um den syrischen Nazim, dessen sehnlichster Wunsch es ist, Zahnmedizin zu studieren. Auf seinem Weg nach Deutschland macht er Bekanntschaft mit skurrilen Figuren, absurden Vorschriften und sieht sich mit zerschlagenen Wünschen und neu aufkeimender Hoffnung konfrontiert. Gespielt wird Nazim in wechselnder Besetzung des Ensembles. Zu diesem gehören: Gaia Vogel, Marie Seiser, Roman Majewski und Marius Ahrendt.

Facettenreiche Geschichte

Für Löhle, der gleichzeitig die Regie des Stücks übernommen hat, ist klar, dass dieser Wechsel stattfinden muss. Der Protagonist könne nicht von einer weißen Person darstellt werden, die sich alleine in Nazims bewegende, facettenreiche Geschichte einfühle.

Mit „Bombe!“ könne er seine Gedanken über die letzten Jahre frei äußern, sagt Abbasi. Er wurde 1994 geboren und flüchtete 2012 aus Syrien. „Es geht um die Begegnungen zwischen zwei Nationen und Kulturen – um Annäherungen und Missverständnisse – um Liebe und Hass und Vorurteile und Gemeinsamkeiten“, wie Abbasi im Trailer zum Stück erklärt.

Bekannt durch Youtube

Bekanntheit erlangte Abbasi mit dem Youtube-Kanal „German Lifestyle“, in dem er mit Allaa Faham über das Leben in Deutschland spricht und sich dabei humorvoll mit Vorurteilen auseinandersetzt, die Deutsche und Syrer voneinander haben. Auch Faham stammt aus Syrien.
Im Jahr 2018 erschien ihr Buch „Eingedeutscht. Die schräge Geschichte unserer Integration“. Für ihre Verdienste sind Abbasi und Faham mit der Integrationsmedaille der Bundesregierung ausgezeichnet worden. Abbasi studiert in Göttingen Zahnmedizin.

Löhle erzählt, wie das Stück „Bombe“ an das Deutsche Theater gekommen ist: Abbasi habe die Idee für das Stück gehabt und das Theater angesprochen. Dieses hätte ihn engagiert. Löhle, 1978 geboren, arbeitetet unter anderem als Hausautor am Maxim Gorki Theater Berlin und ist aktuell am Staatstheater Nürnberg beschäftigt.

Aktueller denn je

Das Stück handelt von der Beziehung von Deutschen und Geflüchteten. Löhle wünscht sich, dass es zum Nachdenken anregt. Auf die Frage, ob ein Stück über Migration auch noch in fünf Jahren nötig wäre, antwortet er: „Man wünscht sich natürlich, dass es nicht mehr nötig ist. Dabei holt die Realität uns schon wieder ein. Die Situation an der griechisch-türkischen Grenze spitzt sich zu – dabei müssten Muslime eigentlich Angst vor Rechten haben.“

„Bombe!“ ist ein Stück über Migration. Das könnte Anlass geben, zu vermuten, dass es tragisch-schwer daherkommt. Dem ist nicht so. Stattdessen schicken die Autoren das Publikum „auf eine komische und erhellende Tour de Farce über die Lage der Willkommens-Nation in Sachen Integration“ wie es das Deutsche Theater treffend beschreibt. Und was hat es eigentlich mit der Bombe auf sich?

Premiere und weitere Termine

Die Premiere von „Bombe!“ ist am Freitag, 13. März, im Deutschen Theater, Theaterplatz 1, zu sehen. Weitere Vorstellung sind am Sonntag, 22. März, Sonnabend, 28. März, Dienstag, 7. April, Sonnabend, 18. April und Freitag, 24. April. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Am 7. und 24. April gibt es zudem ein Nachgespräch.
Karten sind an der Theaterkasse, telefonisch unter 0551 / 4 96 93 00 oder online unter gt-tickets.de erhältlich. Der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt 11 Euro.

Authored by: Blick Redaktion