Polizei Göttingen kämpft immer mehr gegen Kinderpornografie

Polizei Göttingen kämpft immer mehr gegen Kinderpornografie

Die Polizei in Göttingen hat am Freitag ihre Kriminalstatistik für 2019 vorgelegt. Darin verzeichnet sie immer mehr Ermittlungsverfahren wegen kinderpornografischer Schriften. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen sei hoch, heißt es darin.

Göttingen hat ihre Kriminalstatistik für 2019 vorgelegt. Darin verzeichnet die immer mehr Ermittlungsverfahren wegen kinderpornografischer Schriften.

2019 gab es in der Stadt und im Landkreis Göttingen etwa gleich viele Straftaten wie im vorangegangenen Jahr. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Göttingen hervor, die sie am Freitag vorgestellt hat. Insgesamt verzeichnete die Polizeiinspektion Göttingen im vergangenen Jahr 20.829 Straftaten und damit rund 300 mehr als 2018.
Damals waren erstmals auch die Fallzahlen für den Altkreis Osterode in die Statistik eingeflossen, insgesamt wurden 2018 für den erweiterten Zuständigkeitsbereich 20.510 Straftaten verzeichnet. „Wir bewegen uns auf nahezu dem gleichen Niveau wie im Vorjahr und haben weiterhin die niedrigsten Fallzahlen seit 1999“, sagte Inspektionsleiter Thomas Rath.
Erfolgreiche Arbeit einer Sonderkommission
Die Aufklärungsquote lag mit 61,49 Prozent zwar etwas unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 63,44 Prozent. In einem Bereich standen die Göttinger Ermittler jedoch deutlich besser da: Bei den Wohnungseinbrüchen lag die Aufklärungsquote bei rund 45 Prozent, während sie im Landesdurchschnitt nur 24 Prozent betrug. Dieser Wert sei unter anderem auf die erfolgreiche Arbeit einer Sonderkommission zurückzuführen, sagte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD), Thomas Breyer.
 Die SOKO war Mitte Januar 2019 eingerichtet worden, nachdem gleich zu Jahresbeginn ein deutlicher Anstieg der Einbruchsdelikte festgestellt wurde. Die Ermittler hätten sich dann „an die Fersen der Tätergruppen geheftet“, sagte Breyer. Bereits im Februar nahmen die Fahnder mehrere verdächtige Personen in der Stadt Göttingen sowie in den Landkreisen Göttingen und Northeim fest. Insgesamt sollen ihnen 180 Taten zuzurechnen sein. Die Fahnder hatten damals Unmengen an Diebesgut sichergestellt, darunter sehr hochwertige Gegenstände wie Schmuck, Tafelsilber und Uhren.
Prävention trägt Früchte
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 406 Wohnungseinbrüche verzeichnet. In mehr als einem Drittel dieser Fälle mussten die Täter ihr Vorhaben abbrechen, sodass die Tat im Versuch stecken blieb. „Dies zeigt, dass die Präventionsmaßnahmen Früchte tragen“, sagte Breyer. Viele Bürger hätten inzwischen die Türen und Fenster in ihren Häusern besser gesichert.
Tatwaffe: Messer
Bei den Gewaltdelikten fällt auf, dass sehr oft Messer als Tatwaffe eingesetzt wurden. Insgesamt gab es 98 derartige Taten, 58 davon in der Stadt Göttingen. Hierzu gehört auch der Doppelmord im Stadtteil Grone, der ab dem 25. März vor dem Landgericht Göttingen verhandelt wird. Der Angeklagte Frank N. soll im September zwei Frauen durch Messerstiche getötet und mehrere weitere Menschen verletzt haben. In einem anderen Fall, der bereits vor Gericht anhängig ist, hatte der mutmaßliche Täter eine Machete benutzt.
Sorge bereitet der Polizei die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte. Insgesamt wurden 149 Widerstandshandlungen und gewalttätige Angriffe verzeichnet. Mehr als die Hälfte der insgesamt 133 Tatverdächtigen habe unter Alkoholeinfluss gestanden, sagte Breyer. Nahezu konstant war die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt, insgesamt wurden 878 Fälle registriert (2018: 882). Auch hier sei bei vielen Taten Alkohol im Spiel gewesen, in weit mehr als der Hälfte der Fälle waren die Opfer weiblich.
Dunkelziffer bei Pornografie
Mit großer Sorge beobachten die Ermittler auch den kontinuierlichen Anstieg bei den Ermittlungsverfahren wegen Verbreitung von pornografischen Schriften. 49 der insgesamt 68 registrierten Fälle betrafen Kinderpornografie. Die Dunkelziffer dürfte allerdings sehr viel höher sein und erschreckende Ausmaße annehmen, sagte Inspektionsleiter Thomas Rath.

Authored by: Blick Redaktion