Schulen und Kitas geschlossen

Schulen und Kitas geschlossen

Seit Montag sind die Schulen in Niedersachsen geschlossen – der Unterricht fällt aus. Foto: Pixabay

Am Montag hat das Land Niedersachsen beschlossen, das öffentliche Leben weiter einzuschränken – seit Dienstag sind viele Geschäfte und Freizeiteinrichtungen nicht mehr geöffnet. Schon am Freitag fiel die Entscheidung, Schulen und Kitas von Montag an bis zum 18. April zu schließen.
Wie dem entsprechenden Erlass zu entnehmen ist, betrifft die Regelung allgemeine und berufsbildende Schulen,  Schulen in freier Trägerschaft sowie alle Formen der Kindertagespflege, von der Krippe bis zum Hort. Allerdings würden für eine klar definierte Gruppe an Kindern Sondergruppen eingerichtet. Diese gelte es allerdings auf ein notwendiges Maß zu begrenzen, heißt es in dem Erlass.
Konkret ist diese Notbetreuung Eltern vorbehalten, die in sogenannter kritischer Infrastruktur tätig sind. Darunter fallen Beschäftigte im Gesundheitsbereich, in Staats- und Regierungsfunktion, im Bereich der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und des Katastrophenschutzes sowie des Justizvollzugs. Darüber hinaus sei die Betreuung in besonderen Härtefällen möglich. Diese zu definieren obliege den jeweiligen Trägern der Einrichtungen, erklärt Ulrich Schubert, Sprecher des Niedersächsischen Kultusministeriums.
Jede Schule müsse die Betreuung in Notgruppen in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und für die Klassenstufen eins bis acht gewährleisten. Diese Marke richtet sich nach dem Alter von 14 Jahren, bis zu dem Kinder Horte nutzen können. Die Gruppen sollten möglichst klein gehalten werden, ergänzte Ulrich Lottmann, Sprecher der Göttinger Kreisverwaltung, am Freitag auf Nachfrage. „Alles andere würde die Weisung des Landes zum Schutz vor Infektionen konterkarieren.“ 
Aber was bedeutet der Erlass für alle anderen Kinder? Haben sie jetzt bis nach Ostern schulfrei? Noch bevor der Erlass gültig war, kursierten bereits Gerüchte über möglichen Onlineunterricht und große Mengen Hausaufgaben. Schubert sagt dazu explizit: „Der Unterricht fällt komplett aus.“ Hintergrund sei die unterschiedliche technische Ausstattung der Schulen, die eine einheitliche Regelung nicht möglich gemacht habe. 
Während die einen Schulen durchaus in der Lage wären, ihre Schüler digital mit Aufgaben zu versorgen und diese auch durch das Lehrpersonal kontrollieren zu lassen, fehlt es an anderer Stelle schlicht an den Voraussetzungen. Im Zuge der Gleichbehandlung gilt also: unterrichtsfrei für alle. Der Landesschülerrat meldete sich dazu mit diesem Statement zu Wort: „Durch den Unterrichtsausfall und damit einhergehenden Einschnitten geht schließlich nicht mehr Freizeit einher, sondern Einschränkungen im Lebens- und Lernalltag. Die Schüler dürfen nicht durch größeren Lern- und Zeitdruck nach dem Ende der Schutzmaßnahme bestraft werden“, fordert Florian Reetz, Vorsitzender des Landesschülerrates.
Nach aktuellem Stand würden durch den jetzt beschlossenen Unterrichtsausfall laut Ministerium weder das Lernpensum noch die Abschlüsse  beeinträchtigt. Für die Prüfungen gibt es dezidierte Ablaufpläne, Abiturienten kehren beispielsweise bereits am 15. April wieder an die Schulen zurück, um den Zeitplan einhalten zu können.  Da der Unterricht nicht wochengenau geplant sei, sollte es möglich sein, den verpassten Stoff im weiteren Verlauf des Schuljahrs aufzuholen. Ministeriumssprecher Schubert: „Wichtig ist, damit den Schülern keine Nachteile entstehen, dass die Sicherstellung der Notenvergabe für die Schuljahreszeugnisse situationsgerecht angepasst wird.“ Für das Lehrpersonal bedeutet der Erlass im Übrigen nicht, dass sich ihre Osterferien verlängern. Sie müssen gihrer Anwesenheitsverpflichtung in der Schule nachkommen.
Da das Infektionsrisiko auch außerhalb des Unterrichts gegeben ist, hat das Ministerium auch sonstige Schulveranstaltungen gestoppt. Schulfahrten, Tagestouren, Schüleraustausche oder der Besuch durch ausländische Besuchergruppen, die bis zum Ende des laufenden Schuljahres geplant waren, müssen abgesagt werden. 

Authored by: Blick Redaktion