Sartorius übernimmt Sparten von Danaher
Die Sartorius AG übernimmt Teile des amerikanischen Pharma-Riesen Danaher.

Sartorius übernimmt Sparten von Danaher

Der Göttinger Sartorius-Konzern positioniert sich weiter auf dem Weltmarkt für Biotechnologie in einer Spitzenposition. Die Europäische Kommission sowie die amerikanische Kartellbehörde Federal Trade Comission haben nun der Akquisition ausgewählter Life-Science-Geschäfte des Danaher-Konzerns durch Sartorius zugestimmt.

Beide Genehmigungen seien „ein wichtiger Meilenstein für die im Oktober 2019 angekündigte Transaktion“, deren Vollzug nun noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die chinesische Wettbewerbsbehörde steht, wie Sartorius mitteilt. Mit einem Abschluss werde nun im Laufe des zweiten Quartals 2020 gerechnet. Die zum Kauf stehenden Geschäfte umfassen verschiedene Labor- und Bioprozess-Technologien, die das Portfolio beider Sartorius-Sparten komplementär ergänzen.

Gemäß einer Auflage der Behörden wurde das Portfolio durch ausgewählte Produktgruppen aus dem Bereich Flowkits und Crossflowfilter-Systeme erweitert, die beide der Sartorius-Sparte Bioprocess Solutions zugeordnet werden sollen. Aufgrund dieses erweiterten Umfangs wurde der Kaufpreis um rund 75 Millionen US-Dollar auf rund 825 Millionen US-Dollar erhöht. Im Jahr 2019 lag der Umsatz für das gesamte Portfolio bei rund 170 Millionen US-Dollar. Der Pharma-Riese Danaher, der im Jahr 2018 einen Umsatz von fast 20 Milliarden US-Dollar meldete, hat weltweit knapp 60 000 Mitarbeiter. Die amerikanische Firma mit Hauptsitz in Washington D.C. musste sich im Zuge der 21,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Biopharma-Geschäfts von General Electric von einigen Unternehmensteilen trennen – so will es das Wettbewerbsgesetz. 

Das angebotene Portfolio umfasst drei große Bereiche, in denen weltweit etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt sind. Zum einen übernimmt Sartorius das FortéBio-Geschäft. Zur markierungsfreien Analyse von Biomolekülen werden innovative Geräte zur Proteinanalyse, Biosensoren und Reagenzien eingesetzt. Die Wirkstoffforschung soll in den Bereich Bioanalytik innerhalb der Sparte Lab Products & Services von Sartorius integriert werden. Die Produkte basieren nach Angaben von Danaher auf der „patentierten Biolayer-Interferometrie-Technologie und führen Echtzeitanalysen verschiedener biomolekularer Interaktionen“ durch.

Mit den im Portfolio enthaltenen Chromatographie-Systemen und -Gelen erweitert Sartorius sein Portfolio der Bioprozess-Sparte im Downstream-Bereich. Die Aufarbeitung von Zellkulturen steht dabei im Vordergrund. Mehrweg- als auch Einwegtechnologie, Säulen und Gele werden dort hergestellt. Das dritte Geschäft, Solohill, beinhaltet eine Mikroträgertechnologie und Partikelvalidierungsstandards für Zellkulturprozesse und andere Bioprozesse.

Sartorius wächst also weiter: Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,83 Milliarden Euro. Ende 2019 waren mehr als 9000 Mitarbeiter an den rund 60 Produktions- und Vertriebsstandorten des Konzerns für Kunden rund um den Globus tätig. Und 2020 „wird für Sartorius nicht nur aufgrund unseres 150-jährigen Firmenjubiläums ein besonderes Jahr. Wir wollen weiter profitabel wachsen und beim Konzernumsatz erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro erreichen, wie wir es bereits 2012 in unserer Mittelfristprognose für 2020 in Aussicht gestellt hatten“, sagte Geschäftsführer Joachim Kreuzburg bereits Anfang des Jahres, als er die Umsatzzahlen bekanntgab.

Authored by: Blick Redaktion